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Kontroverses bei Gespräch mit Schröder ausgeklammert

Altkanzler Gerhard Schröder und der ehemalige SPD-Parteivorsitzende Oskar Lafontaine haben sich nach Angaben des letzteren bei ihrem Wiedersehen vor einigen Monaten über internationale Politik unterhalten. «Wir hatten schon fast ein Vierteljahrhundert nicht mehr miteinander gesprochen. Wir haben uns dann darauf verständigt, wo wir kontroverse Themen haben, das klammern wir aus», sagte Lafontaine am Dienstagabend in der ARD-Sendung «Maischberger». Das seien nach wie vor die Wirtschafts- und die Sozialpolitik. Die beiden Politiker hatten sich vor einigen Monaten zum ersten Mal seit ihrem Zerwürfnis wiedergesehen.
Oskar Lafontaine
Oskar Lafontaine steht in seinem Garten. © Oliver Dietze/dpa

Auf die Frage, ob sie sich dann nur über Russland unterhalten hätten, sagte Lafontaine lachend: «Nein, auch über Wein und über Essen, über Literatur.» Außenpolitisch rede man nicht nur über Russland, sondern über die Richtung, die Deutschland einschlagen müsse. Lafontaine forderte in der Sendung, dass sich Europa von den USA emanzipieren müsse. Er sprach sich zudem für eine Rückkehr zu Energielieferungen aus Russland aus.

Lafontaine war nach dem rot-grünen Wahlsieg 1998 unter Kanzler Schröder Finanzminister und weiterhin SPD-Parteichef. Anfang 1999 legte er überraschend alle Ämter nieder und entfernte sich danach mehr und mehr von seiner politischen Heimat und den früheren Weggefährten. Im Jahr 2005 wechselte er schließlich zur neu gegründeten Partei WASG, die später mit der PDS zur Linkspartei fusionierte, in der Lafontaine dann wichtige Funktionen übernahm.

Nach mehr als zwei Jahrzehnten hatten sich die beiden zuletzt wieder angenähert. Im Mai kam es, wie der «Stern» im vergangenen Monat berichtet hatte, zum Treffen in Lafontaines Haus im Saarland.

Schröder, der als enger Freund von Russlands Präsident Wladimir Putin gilt und über Jahre für russische Energiekonzerne tätig war, stieß seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wegen fehlender Kritik an Putin auch in der eigenen Partei auf harsche Kritik.

© dpa
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