Hauer: Bioenergie-Strom sollte besonders behandelt werden

Bei der geplanten Abschöpfung von Erlösen der Stromerzeugung sollten nach Auffassung des Mainzer Klimaschutzstaatssekretärs Michael Hauer die besonderen Leistungen der Bioenergie berücksichtigt werden. «Dass es eine Abschöpfung zur Finanzierung der Strompreisbremse gibt, ist grundsätzlich richtig», sagte Hauer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Wegen der unterschiedlichen Erzeugungsbedingungen sollten die Erlöse für Strom aus Biomasse und Biogas aber anders behandelt werden als die für Strom aus Windkraft oder Solarenergie.
Hochspannungsmasten hinter den Speichern einer Biogasanlage. © Bernd Wüstneck/dpa/Symbolbild

«Die Stromerzeugung aus Bioenergie erbringt eine besondere zusätzliche Leistung, die bei der Abschöpfung angerechnet werden sollte», sagte der Grünen-Politiker mit Blick auf den Gesetzentwurf aus dem Wirtschafts- und Klimaschutzministerium, der im Kabinett behandelt und anschließend dem Bundestag zugeleitet werden soll. Dabei nannte Hauer die Speicher-und Regelfähigkeit von Biogasanlagen, die es ermöglicht, dass Strom dann ins Netz gegeben werden kann, wenn gerade kaum Wind ist und die Sonne nicht scheint. In den vergangenen zehn Jahren sei viel Geld in Biogasanlagen investiert worden, um diese sogenannte Flexibilisierung zu ermöglichen. «Die daraus erzielten Erlöse sollten mit Blick auf die besondere Bedeutung für die Versorgungssicherheit von der Abschöpfung ausgenommen werden», sagte Hauer.

Der Staatssekretär sprach sich außerdem dafür aus, die geplante Bagatellgrenze von einem Megawatt, unterhalb der Anlagen von der Abschöpfung verschont bleiben sollen, nicht an der installierten, sondern an der durchschnittlichen Leistung zu bemessen. Eine besondere Rücksichtnahme auf die Stromerzeugung aus Bioenergie sei auch deswegen angebracht, weil die Erzeuger die Biomasse aus meist landwirtschaftlicher Produktion erst ankaufen müssten, während Wind und Sonne frei zur Verfügung stünden. «Da Biomasse zuletzt erheblich teurer geworden ist, muss sich das auch in Freigrenzen abbilden», sagte Hauer.

In Rheinland-Pfalz stellt Bioenergie etwa fünf Prozent der Stromerzeugung, bundesweit sind es rund acht Prozent. Insgesamt gibt es in Rheinland-Pfalz etwa 430 Anlagen, davon 216 mit Biogas.

© dpa
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