Conradt fordert Rücktritt von Trierer Bischof

Nach der Vorstellung eines Berichts über sexuellen Missbrauch im Bistum Trier hat der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) den Rücktritt des Trierer Bischofs Stephan Ackermann gefordert. «Die Amtsträger im Bistum haben selbst Verantwortung und sind dieser bis in die jüngste Zeit nicht gerecht geworden», schrieb Conradt im sozialen Netzwerk Linkedin. Auch Ackermanns Vorgänger, der heutige Münchner Kardinal Reinhard Marx, solle von seinem Amt zurücktreten, forderte Conradt.
Uwe Conradt (CDU), Oberbürgermeister von Saarbrücken, schaut zu Boden. © Oliver Dietze/dpa

Conradt reagierte damit auf den ersten Zwischenbericht der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Trier (UAK), der am Donnerstag vorgestellt wurde. Dieser zeigte auf, wie Verantwortliche im Bistum Trier in der Vergangenheit über Jahrzehnte sexuellen Missbrauch durch Priester vertuscht haben. Von 1946 bis 2021 seien 513 Opfer und 195 beschuldigte oder überführte Täter erfasst worden, hieß es in dem Bericht.

Diese Zahlen seien erschreckend, schrieb Conradt. «Es ist Zeit, dass Amtsträger, insbesondere der ehemalige Trierer Bischof Reinhard Marx und der aktuelle Bischof Stephan Ackermann Verantwortung übernehmen und von ihren Ämtern zurücktreten.» Ackermann ist seit Mai 2009 Bischof von Trier. Zum Bistum Trier gehören rund 1,3 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Die Kommission hat vor rund einem Jahr ihre Arbeit aufgenommen. Sie kündigte weitere Untersuchungen an, um die «eindeutige Rolle und Verantwortlichkeit» der jeweiligen Leitungen und Bischöfe beurteilen zu können. Bis Mitte Oktober solle eine erste Studie zum Missbrauchsgeschehen in der Amtszeit des früheren Trierer Bischofs Bernhard Stein (1904-1993) vorgelegt werden, gegen den es seit längerem Vertuschungsvorwürfe gibt.

Der Vereinigung der Missbrauchsopfer im Bistum Trier (Missbit) teilte am Samstag mit, sie gehe davon aus, dass die Recherchen der UAK noch weitaus höhere Zahlen liefern würden. «Das Dunkelfeld lässt zehnfache Zahlen vermuten», teilte Hermann Schell für den Vorstand mit.

© dpa
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