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Jäger fordern mehr Anstrengungen für Artenvielfalt

Der Rothirsch ist von Inzucht bedroht. Wegen zerschnittener Lebensräume kann er nicht mehr ausreichend wandern. Das muss sich ändern, fordert der Bundesjägertag.
Rotwild in der Brunft
Platzhirsch Lukas ruft in seinem Gehege im Wildpark Eekholt. © Marcus Brandt/dpa

Mehr Anstrengungen für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt durch verbesserte und wieder vernetzte Lebensräume haben Jäger auf dem Bundesjägertag in Mainz gefordert. Für den Rothirsch sei die Lage inzwischen prekär: Verkehrswege, Siedlungen und staatlich verordnete Rotwildgebiete verhinderten derzeit, dass Tiere ausreichend wandern könnten, teilte der Deutsche Jagdverband (DJV) nach der Tagung mit. Die Folge sei Inzucht.

Wissenschaftler hätten bereits Missbildungen wie verkürzte Unterkiefer in den drei Bundesländern Hessen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg nachgewiesen. Dringend notwendig seien daher mehr Querungshilfen über Verkehrswege sowie eine Auflösung der Rotwildgebiete. Konkret forderte der DJV die Finanzierung von mindestens 100 bis 2030 über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz. «Denn ohne ausreichend Querungshilfen haben unsere Wildtiere keinen «Passierschein» in die Zukunft», hieß es in einem Beschluss.

Am Verlust von Lebensraum litten auch Arten des Offenlands wie Rebhuhn, Feldhase oder Feldlerche. Daher forderten die Delegierten die verpflichtende Anlage und den Erhalt von Brachflächen, die viele Arten das ganze Jahr über Lebensraum und Nahrung böten. Allerdings müssten Ausgleichszahlungen für verpflichtende Brachflächen mindestens kostendeckend für die Landwirte sein - und bürokratische Hürden fallen.

Um diesen bedrohten Arten zu helfen, sei auch wichtig, die Zahl der Raubsäuger zu reduzieren. «Schöner wohnen alleine reicht halt nicht, wenn ich gefressen werde», sagte der DJV-Sprecher. Die häufigsten Raubsäuger seien derzeit der Fuchs und der Waschbär. Die gelte es zu bejagen. Gerade beim Waschbär sei die Fangjagd, also die Jagd mit einer Falle, essenziell. Denn der Waschbär sei ein dämmerungs- und nachtaktives Tier.

Bund und Länder seien aufgefordert, sich zur Jagd auf Fuchs, Waschbär und andere Raubsäuger als Instrument für den Artenschutz zu bekennen, hieß es in einem Papier der Jäger. Rund 400 Delegierte und Gäste waren am Freitag und Samstag zum Bundesjägertag nach Mainz gekommen. Der DJV feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen.

© dpa
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