Saar-Uni befürchtet zusätzliche Kosten in Millionenhöhe

Zum Start ins Wintersemester herrschen an der Uni-Spitze im Saarland gemischte Gefühle: In die Freude über steigende Studentenzahlen mischt sich Sorge vor explodierenden Energiekosten.
Ein leerer Hörsaal an einer Universität. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Universität des Saarlandes erwartet im nächsten Jahr Mehrbelastungen in Millionenhöhe durch die gestiegenen Energiepreise. «Selbst bei allen Einsparmöglichkeiten, die wir mit aller Gewalt versuchen zu realisieren, rechnen wir mit einem zweistelligen Millionenbetrag, der nicht gedeckt ist an Zusatzkosten», sagte Uni-Präsident Manfred Schmitt am Montag. Wie in anderen Ländern gebe es noch keine konkreten Zusagen, wie man damit umgehen könne. «Wir müssen jetzt erstmal damit leben. Aber das kann so ohne einen Ausgleich auf Dauer nicht gehen», warnte Schmitt.

Laut Uni-Sprecherin betrug die Stromrechnung der Standorte Saarbrücken und Homburg im vergangenen Jahr 7,4 Millionen Euro. Die Prognose des Präsidiums für 2023 gehe von 18,5 Millionen Euro aus. Für Fernwärme habe die Universität im vergangenen Jahr 2,8 Millionen Euro überweisen müssen. Bei unveränderten Konditionen könne dieser Kostenblock im kommenden Jahr auf 4,8 Millionen Euro steigen. Insgesamt habe die Universität des Saarlandes einen jährlichen Gesamtetat von rund 230 Millionen Euro.

Die Saar-Uni reagiert mit einer Energiesparkampagne auf die explodierenden Kosten und um die angeordneten Einsparmaßen um 15 Prozent zu erreichen. Als erste Ad-hoc-Maßnahme wurden bereits die beiden Parkhäuser am Campus nachts und am Wochenende geschlossen, wodurch man 40 Prozent der Gesamtkosten der Parkhäuser spare. Zudem werde der Lehrbetrieb in der Woche vor und nach der Weihnachtswoche mit Ausnahme von Praktika auf digitalen Betrieb umgestellt. Die Temperatur könne dadurch vom 19. Dezember bis 8. Januar 2023 in den Gebäuden abgesenkt werden, die Mitarbeitenden sollen ins Homeoffice wechseln.

Für Vizepräsidentin Tina Hellenthal-Schorr gibt es jedoch auch Grenzen: «Wir halten ganz massiv das Primat des Lehrbetriebs hoch», sagte sie. Klar sei, dass man - falls Corona oder der Ukraine-Krieg dies nicht erforderlich machten - in der letzten Vorlesungszeit im Februar nicht auf digitale Lehre umstellen werde. Auch wenn sich dies rechnerisch mehr lohne als im Dezember. Stattdessen überlege man, Veranstaltungen in Gebäude zu verlegen, die aufgrund ihrer Substanz ohnehin beheizt werden müssten, oder Prüfungen klug zu bündeln, um Gebäude stärker herunterzufahren. Weitere Einsparmaßnahmen zusätzlich zur Absenkung der Gebäude auf 19 Grad erhofft sich die Uni auch durch das Engagement der Beschäftigten und Studierenden: angefangen vom Ausschalten der Lichter und Wasserboiler bis zum Herunterfahren der Computer.

Zum Start des Wintersemesters zeigte sich die Uni-Spitze erfreut über ein Plus von sieben Prozent bei den Erstsemestern auf 2372 Studienanfänger. Zudem konnte im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtzahl der Studierenden auf 16 489 sogar noch etwas erhöht werden. «Das ist überaus erfreulich und freut uns extrem», so Schmitt, weil diese Entwicklung eigentlich entgegen dem bundesweiten Trend liege. In anderen Hochschulen und anderen Bundesländern gebe es teilweise Rückgänge um 20 Prozent.

© dpa
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