Meilenstein in Reform - Aber mehr Unterstützung gewünscht

29.06.2022 Der neue Zuschnitt der Universitäten in Rheinland-Pfalz gilt in Deutschland als etwas Besonderes und hat in der vergangenen Wahlperiode für viel Unmut gesorgt. Jetzt ist eine wichtige Wegmarke erreicht, aber die Finanzierung in den Fokus geraten.

Ein Universitätsgebäude. © Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa/Symbolbild

Meilenstein in der deutschlandweit einzigartigen Hochschulstrukturreform: Die gemeinsame Grundordnung für die künftige Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) ist von den Senatsausschüssen der beiden Standorte sowie vom gemeinsamen Hochschulrat einstimmig beschlossen und vom Land genehmigt worden. «Damit ist nach fast einem Jahr der Grundstein gelegt, um die RPTU loslaufen zu lassen», sagte der Präsident der TU Kaiserslautern, Professor Arnd Poetzsch-Heffter, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und haben den starken Wunsch, dass das Ministerium jetzt auch seine Hausaufgaben macht», sagte Poetzsch-Heffter. Denn das Land habe bisher nur finanzielle Zusagen bis 2023 gemacht. Für den Transformationsprozess, bei dem der Standort Landau von Koblenz getrennt und mit Kaiserslautern vereint wird, sowie für die geplante Schwerpunktbildung der neuen landesweiten TU sei aber noch dringend Geld notwendig. So fehlten beispielsweise Kapazitäten im Rechenzentrum für die RPTU, und die Lizenzgebühren würden durch die Vereinigung der Universitätsbibliotheken deutlich teurer.

«Der Prozess war schwierig und herausfordernd. Jetzt haben wir eine sehr gute Lösung, hinter der beide Standorte stehen», sagte Professorin Gabriele E. Schaumann, die in der präsidialen Doppelspitze der Universität Koblenz-Landau für den Campus Landau zuständig ist. Aber: «Wir wünschen uns Unterstützung für das geplante gemeinsame Zentrum für Nachhaltigkeit.» Dies ist einer von drei geplanten großen standortübergreifenden Schwerpunkten. Bildung - Lehrkräfte für alle Schularten, Weiterbildung und Hochschulbildung - sowie die Digitalisierung der Gesellschaft sind die beiden anderen.

«Es geht nicht um eine große Wunschliste», betonte Schaumann. «Was uns fehlt, ist die Verbindlichkeit und Absicherung der Rahmenbedingungen», betonte die Professorin. «Die Kraft, Energie, Freude und der Spaß, die Zukunft gemeinsam zu gestalten, ist da.» Aber: «Wir brauchen Ressourcen und Planungssicherheit, um den Transformationsprozess wirklich umsetzen zu können.»

Poetzsch-Heffter betonte: «Rheinland-Pfalz besteht im Wettbewerb nur, wenn es starke Universitäten mit einer klaren Message und klaren Perspektiven für junge Menschen hat.» Sonst gingen diese woanders hin, statt in Rheinland-Pfalz zu bleiben und zu arbeiten. Die einzige Technische Universität des Landes müsse trotz der Fusion «auf dem Stand der Entwicklung» bleiben. «Das ist im Interesse aller Bürger des Landes.»

Wie geht es mit der Fusion weiter? «In den nächsten fünf Jahren sollen Landau und Kaiserslautern in einem mehrphasigen Prozess zusammenwachsen», erläuterte Schaumann. Dafür nutze die RPTU in ihrer Grundordnung die Experimentierklausel des Hochschulgesetzes bis zum 30. Juni 2027. «Das gemeinsame Denken fängt bereits jetzt an.»

«Das Studienerlebnis soll schon in der Übergangsphase an beiden Standorten reicher werden», sagte Poetzsch-Heffter. Kulturelle und sportliche Angebote an beiden Standorten sollten zusammengelegt werden.

«Alle können an dem Standort an dem sie eingeschrieben sind, weiter studieren», sagte Schaumann. «Dazu gibt es die Möglichkeit, Angebote des anderen Standorts wahrzunehmen und mit diesem in Kontakt zu treten.» Die Studierenden sollten nach und nach vom Zusammengehen beider Standorte und zusätzlichen Lehr- und Studienangeboten profitieren können. Im Lehramt beispielsweise könne jetzt Englisch mit Informatik kombiniert werden. Schon jetzt könnten Studierende der Psychologie und Politologie bei Interesse an Lehrveranstaltungen des anderen Standorts teilnehmen.

In der nächsten Stufe des Zusammenwachsens bis April 2023 müssten jetzt Verwaltung, Service und Infrastruktur zusammengeführt werden, sagte Poetzsch-Heffter. Zu den mehr als 200 «Arbeitspakten» dieser Phase gehörten etwa die Zusammenlegung der Uni-Bibliotheken, der Aufbau einer schlagkräftigen Verwaltung und einer gemeinsamen Webseite. «Eine große Herausforderung ist insbesondere der Haushalt. Kaiserslautern hat einen Globalhaushalt und Landau einen kameralen.»

© dpa

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