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Hitze förderte Entwicklung der Asiatischen Tigermücke

Im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke am Oberrhein hat der heiße Juni die schnelle Entwicklung des aggressiven Insekts erheblich begünstigt. «Die hiesigen Populationen konnten durch die warmen Temperaturen früh eine höhere Dichte erreichen», teilte die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer mit. «Früher bedeuteten trockene Sommer für die Kabs wenig Arbeit. Seit es sich die Asiatische Tigermücke am Oberrhein gemütlich gemacht hat, sieht das anders aus», sagte der wissenschaftliche Kabs-Direktor Dirk Reichle der Deutschen Presse-Agentur.
Asiatische Tigermücke
Eine tote Asiatische Tigermücke. © Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

In diesem Jahr sei die exotische Stechmücke in 20 Kabs-Gemeinden in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen bekämpft worden. «Mehr als 150 Menschen sind an den regelmäßig erfolgenden Einsätzen beteiligt - und selbst mit dieser großen Zahl an Mitarbeitenden ist die Kabs an ihrer Kapazität angelangt», sagte Reichle. «Sollten Populationen bei weiteren Mitgliedern auftreten, gibt es nicht mehr genug Personal, um in dieser Saison dort noch aktiv zu werden.» Denn auch die einheimischen Auwald-Stechmücken erforderten Aufmerksamkeit.

Hier habe es seit den Hochwasserwellen im Mai keine größeren Einsätze gegeben. «Zum ersten Mal in der Kabs-Geschichte wurden im Mai drei Helikopter am gleichen Tag eingesetzt», erklärte Reichle. Die logistische und personelle Herausforderung habe sich gelohnt. «Trotz großer Überschwemmungsflächen und sehr hohen Larvendichten konnte die Stechmückenbelästigung in den Siedlungsgebieten vermieden werden.»

Die Tigermücke stammt aus Südostasien. Eigentlich ist ihr Stich eher harmlos und führt zu Juckreiz und Schwellungen. Jedoch kann sie bei sehr warmen Temperaturen Erreger wie das Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus übertragen. In Deutschland wurde die relativ kleine Stechmücke mit den weißen Streifen erstmals 2007 dokumentiert.

In der Kabs mit Sitz in Speyer - einem eingetragenen und als gemeinnützig anerkannten Verein - haben sich mehr als 90 Kommunen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen zusammengeschlossen.

Die Arbeit der Experten ist aufwendig: Am Boden kämpfen sie sich oft durchs Dickicht, aber viele Brutstätten können nur aus der Luft bekämpft werden. Vom Helikopter aus verteilt die Kabs dann den biologischen Wirkstoff Bti, der die Larven der Stechmücken tötet.

© dpa
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