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Hausärzteverband: «Ambulante Versorgung droht zu kippen»

Die Nase läuft, die Glieder schmerzen, doch der Hausarzt hat keine Zeit. Der Hausarztverband warnt vor einem Kollaps der ambulanten Versorgung. Lösungen gebe es - aber der politische Wille fehle.
Arzt
Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals. © Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz warnt vor einem Zusammenbruch der ambulanten Versorgung im Bundesland. «Die größte Herausforderung ist, dass die ambulante Versorgung zu kippen droht», sagte Heidi Weber, zweite Vorsitzende des Hausärzteverbandes Rheinland-Pfalz, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir haben viel zu wenig Personal, sowohl auf ärztlicher Seite als auch auf der Seite der medizinischen Fachangestellten.»

Zurzeit gehe ein Virusinfekt um, auch Corona sei wieder ein Thema, sagte Weber. «Da haben wir im Moment zwar keine schweren Verläufe, aber dafür lange Verläufe.» Zu dem erhöhten Aufkommen an Patienten komme hinzu, dass auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen krank seien. Außerdem stünden jährliche Impfungen an. «Wir müssen ja momentan auch die immobilen Patienten zuhause versorgen, mit der Grippe- und Corona-Impfung.»

Die Belastung steigt, Aufnahmestopps in Hausarztpraxen hätten zugenommen, sagte Weber. Auf dem Land sei die Lage noch mal angespannter als in den Städten. So gebe es in der Eifel zurzeit etwa 50 besetzte Stellen. «Und 24 davon gehen in den nächsten zehn Jahren in Rente.» Junge Leute würden nicht genügend nachrücken, da Lohn und Arbeitszeit nicht passen würden.

«An der ambulanten Versorgung wird von der Bundespolitik gespart. Wenn man die ambulante Versorgung kaputt macht, dann wird Medizin richtig teuer», sagte Weber. «Denn wir lenken und leiten und schauen, ist jemand schwer krank oder kann er nach Hause.» Falle dieser Filter weg, nähmen die Patienten andere Ressourcen in Anspruch.

Der Hausärzteverband fordert daher unter anderem den Ausbau multiprofessioneller Teams. Die Primärversorgung solle von diesen Teams in den Praxen erfolgen. Kümmere sich etwa eine medizinische Fachkraft um kleinere Angelegenheiten, werde dadurch wertvolle Zeit der Ärzte und Ärztinnen frei, sagte Weber. Wenn die Hausarztpraxis auch die Überweisung zu Fachärzten in einer Hand halte, seien Absprachen etwa zur Medikation einfacher.

«Wenn das nicht kommt, dann wird die ambulante Versorgung nicht mehr möglich sein», sagte Weber. «Dann werden Menschen sterben.» Die primärmedizinische Steuerung spare Geld und stelle eine bessere Versorgung der Patienten sicher. «Und dieses Geld hätten wir gerne, um unsere Teams besser aufstellen zu können.»

© dpa
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