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Gespräche über Ford-Übernahme in Saarlouis laufen weiter

Der Betriebsrat verhandelt für die Ford-Beschäftigten in Saarlouis einen Sozialtarifvertrag und hat eine erste Treueprämie vereinbart. Parallel werden auch die Gespräche des Autobauers mit einem Großinvestor fortgeführt.
Ford Werk Saarlouis
Schilder auf dem Außengelände des Ford Werks in Saarlouis. © Oliver Dietze/dpa

Die Gespräche über eine Übernahme des Ford-Standortes in Saarlouis laufen weiter. «Die Verhandlungen zwischen dem Investor, dem Ford-Management und der saarländischen Landesregierung werden intensiv weitergeführt», sagte der saarländische Wirtschaftsminister Jochen Barke am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Zum jetzigen Zeitpunkt mache es aber keinen Sinn, Wasserstandsmeldungen abzugeben.

«Der Erfolg der Verhandlungen hängt davon ab, ob es zu einer einvernehmlichen und fairen Verständigung zwischen Ford und dem Investor kommt», so der Minister. Als Land sei man weiterhin bereit, «alles an Unterstützungsmöglichkeiten zur Standortsicherung in die Waagschale zu werfen, was möglich und sinnvoll ist.»

Noch vor einer Woche war bei einer Betriebsversammlung bekannt gegeben worden, dass die Verhandlungen mit dem Interessenten zunächst gescheitert waren. Am Wochenende wurden sie dann wieder aufgenommen. Nach dpa-Informationen soll es sich bei dem Interessenten um einen asiatischen Autobauer handeln.

Ford wollte sich nach Angaben einer Sprecherin zum aktuellen Stand nicht äußern.

Unterdessen sind in dieser Woche die Sozialtarifverhandlungen gestartet - aus Sicht des Betriebsrates erfolgreich. So sei es nicht nur gelungen, elf ehemalige Auszubildende zu übernehmen, sondern auch für alle Mitarbeiter Treueprämien zu vereinbaren. Laut einer internen Information an die Beschäftigten von Freitag erhält jeder für die bisher erbrachten Leistungen «unter den erschwerten Rahmenbedingungen» mit Auszahlung des Oktoberentgelts eine Treueprämie in Höhe von 2500 Euro brutto.

Sofern es nicht zum vorzeitigen Scheitern der Sozialtarifvertragsverhandlungen komme, erhalte jeder Beschäftigte mit der Dezemberabrechnung 2023 weitere 1500 Euro, heißt es weiter.

Für den Betriebsrat seien Treueprämien «das Mindeste» für das, was die Belegschaft in den letzten 16 Monaten über sich habe ergehen lassen müssen - «und hier dennoch, treu und ehrlich ihre Arbeit erledigt und viele gute Autos für Ford gebaut hat». Man sei «absolut motiviert und bereit, für weitere Lösungen zu kämpfen».

Auch nach den neuen Gesprächen von Ford und der Landesregierung mit einem möglichen Großinvestor würden die Sozialtarifverhandlungen nun weiter fortgeführt. «Es gibt keine Änderung des von uns eingeschlagenen Weges», sagte der Betriebsratsvorsitzende Markus Thal der Deutschen Presse-Agentur.

Laut Betriebsrat muss man sich jetzt mit der Ist-Situation beschäftigen. Und die bedeute, dass keine Investorenzusage und keine offizielle Absichtserklärung vorliege. «Uns bleibt nun leider nichts anderes mehr übrig, als für 2850 Beschäftigte die Konditionen für einen bevorstehenden Arbeitsplatzverlust auszuhandeln», schreibt der Betriebsrat in der Info an die Belegschaft.

Die Verhandlungen sollen in der nächsten Woche fortgesetzt werden. Nach Angaben von Jörg Köhler, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, bleibt das Ziel der Erhalt möglichst vieler Industriearbeitsplätze in Saarlouis. «Die Sozialtarifverhandlungen mit Ford hat die IG Metall begonnen, falls es keine andere Lösung geben sollte», teilte er mit.

Mitte 2025 läuft die Produktion des Ford Focus am Standort aus. Der US-Autokonzern hatte Ende Juni 2022 die Entscheidung verkündet, dass das Werk im spanischen Valencia den Zuschlag für die neue Elektroauto-Plattform erhält. Damit wurde seinerzeit auch das Ende für die Focus-Produktion in Saarlouis besiegelt.

Im Ford-Werk Saarlouis laufen bereits seit einigen Monaten Abfindungs- und Altersteilzeitprozesse. Nach Angaben des Betriebsrates wurden bislang 100 Stellen abgebaut, etwa 20 Mitarbeiter wechselten zu Ford nach Köln. Zum 1. Januar 2023 soll die Belegschaft um 650 Beschäftigte von 4500 auf 3850 reduziert sein. Eine Betriebsvereinbarung sichert rund 1000 Beschäftigten einen Arbeitsplatz bis zum Ende des Jahres 2032 zu.

© dpa ⁄ Katja Sponholz, dpa
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