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Gepanschter Honig: Auch Özdemir fordert mehr Transparenz

Gepanschter Honig bringt die Imker in Rheinland-Pfalz nach eigener Aussage in eine Notlage. Sie hoffen auf Unterstützung aus Berlin. Doch die Entscheidung wird in der EU getroffen.
Honig
Honig fließt von einem Löffel in ein Honigglas. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Imker aus Rheinland-Pfalz können im Kampf gegen gepanschten Honig auf Beistand von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hoffen. «Wir begrüßen den Vorschlag der EU-Kommission und unterstützen es nachdrücklich, bei Honigmischungen alle Herkunftsländer darzustellen», sagte ein Sprecher des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf Anfrage. Dies verbessere die Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher, mache Honig aus Deutschland besser sichtbar und senke das Risiko für Irreführung.

Die vier Imkerverbände des Landes hatten einen «offenen Brief zur Notlage der Imkerei» an Özdemir geschrieben und auf den «ruinösen und unfairen Wettbewerb hingewiesen», der viele Imkerinnen und Imker dazu zwinge, ihre Tätigkeit aufgrund von Dumpingpreisen einzustellen oder zu reduzieren. Sie appellierten an den Minister, eine EU-Initiative zur Neufassung der Honigrichtlinie zu unterstützen und sich für eine faire und nachhaltige Produktion einzusetzen. Diese sieht vor, dass Herkunftsländer von importiertem Mischhonig künftig auf den Etiketten angegeben werden müssen. Eine Antwort haben die Imker noch nicht, der Minister werde aber auf den Brief reagieren, sagte ein Sprecher.

Deutschland setze sich in den Beratungen unter anderem dafür ein, dass es eine transparente Regelung im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher gebe, die gleichzeitig Bürokratie vermeide. Für eine faire Honigproduktion sei es wichtig, dem Problem der Vermarktung von verfälschtem Honig wirkungsvoll begegnen zu können. Dafür könnten unter anderem entsprechende Analyseverfahren für den Nachweis einer Verfälschung etabliert werden. Auch zu diesem Zweck habe das Ministerium bereits 2017 das «Nationale Referenzzentrum für authentische Lebensmittel» am Max Rubner-Institut in Karlsruhe gegründet und damit eine Vorreiterrolle innerhalb der EU eingenommen.

«Die Imkerinnen und Imker in Deutschland leisten mit ihrer meist ehrenamtlichen und zeitaufwendigen Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag für den Erhalt der Natur, der Biodiversität und nicht zuletzt der landwirtschaftlichen Produktvielfalt in Deutschland, indem sie Verbraucherinnen und Verbrauchern oft geschmacklich einzigartigen Honig zur Verfügung stellen», sagte der Sprecher.

Die meisten Imkerinnen und Imker in Deutschland machen ihre Arbeit als Hobby oder Nebenerwerb. Dieses Jahr war besonders gut für die Branche in Rheinland-Pfalz: Pro Bienenvolk seien im Schnitt 39,2 Kilo Honig geerntet worden, teilte das Fachzentrum Bienen und Imkerei auf im rheinland-pfälzischen Mayen mit. In der seit 2012 geführten Statistik ist das der bisher höchste Jahreswert für Rheinland-Pfalz.

© dpa
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