Forschung näher an Patienten bringen: 200 Millionen Euro

02.05.2022 Rheinland-Pfalz soll laut Koalitionsvertrag zu einem führenden Standort der Biotechnologie und Alternsforschung werden. Einen neuen Schritt hin zu diesem Ziel kündigen Landesregierung und Biontech-Chef Sahin an.

Außenansicht der Tron GmbH in Mainz. © Hannes P. Albert/dpa

Das gemeinnützige Forschungsinstitut Tron soll auf dem Gelände der Mainzer Universitätsmedizin ausgebaut werden - mit rund 200 Millionen Euro bis voraussichtlich 2025. Tron-Mitbegründer und Biontech-Chef Ugur Sahin sprach am Montag in Mainz «von einer historischen Chance», einen internationalen Spitzenforschungsstandort für die nächsten Jahrzehnte zu schaffen.

Für die Landesregierung «bleibe es ein Ziel, dass die Forschung schnell das Krankenbett erreicht und den Menschen ganz konkret zugute kommt», sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). «Das Ziel ist, die Biotechnologie in Rheinland-Pfalz nach vorne zu bringen.» Davon könnten viele profitieren.

Um Durchbrüchen wie beim Corona-Impfstoff Biontech den Boden zu bereiten, müssten gute Rahmenbedingungen und ein fruchtbares, kreatives Umfeld geschaffen werden, betonte Dreyer. Die Landesregierung habe Tron in der Gründungsphase von 2010 bis 2017 mit insgesamt rund 13 Millionen Euro unterstützt. Jeder investierte Euro komme jetzt 1500-prozentig zurück. Denn Tron - eine Ausgründung der Unimedizin - habe mehr als 200 Millionen Euro aus Umsatzerlösen aus Auftragsforschung und Lizenzen erwirtschaftet, die jetzt in das neue Gebäude und den Ausbau der Forschungsinfrastruktur fließen sollen.

Biontech ist dabei ein wichtiger wirtschaftlicher Forschungspartner von Tron. Beide besitzen gemeinsam eine Vielzahl von Patenten und Schutzrechten, die unter anderem bei der Entwicklung des Impfstoffs zum Einsatz kamen, wie die Staatskanzlei erläuterte. Das Land, die Unimedizin und die Universität sind Gesellschafter von Tron.

Es geht um innovative auf Patienten zugeschnittene Immun- und Krebstherapien, künftig aber auch um andere Zukunftsthemen, insbesondere im Bereich der Alterserkrankungen, sagte Sahin. Die besten jungen Wissenschaftler weltweit sollten gefunden und eine nachhaltige Talentförderung aufgebaut werden. Grundlagen-, klinische Forschung und Arzneimittelentwicklung sollten weiter verzahnt und ausgebaut werden.

Es gehe darum, Strukturen für eine langfristige, internationale Spitzenforschung aufzubauen, die einen klaren Beitrag für die Patienten leiste, erläuterte Sahin. Gebraucht würden Labor- und Büroflächen, aber auch neue Mitarbeiter und Forscher, die helfen, neue Fragestellungen zu den Patienten zu bringen. Nach Angaben von Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD) beschäftigt Tron derzeit knapp 150 Mitarbeiter.

«Wir leben in einer Zeit, in der Wissenschaft sehr schnell neue Erkenntnisse generiert», betonte Sahin. Vieles, was heute gut sei, reiche morgen nicht mehr. Es müsse alles dafür getan werden, dass sich die Wissenschaft verbinde und gemeinsam Informationen zu den Patienten bringe. Wissenschaftler lernten im Wettbewerb und bei der Kooperation mit Wettbewerbern. «Unser größter Gegner ist das Unwissen und die biologische Wahrheit.» Der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin, Norbert Pfeiffer bemerkte, auch die Patienten seien Ansporn, denn sie erwarteten, dass in Mainz vieles früher verstanden werde und ihnen zugute komme.

Tron steht für translationale (Umsetzung von medizinischen Forschungsergebnissen in die Gesundheitsversorgung) Onkologie (Krebsmedizin) an der Universitätsmedizin. «Keinem anderen Landesinstitut bundesweit gelang es bisher, aus seinem wissenschaftlichen Know-how solche einzigartigen wirtschaftlichen Erfolge zu generieren», sagte Minister Hoch. Auf der Einnahmenseite sei Tron die erfolgreichste Forschungsgesellschaft, die es jemals in Rheinland-Pfalz gegeben habe.

© dpa

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