ADD: Lage im Kreis Ahrweiler war erst am 15. Juli klar

08.04.2022 Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hatte am 14. Juli nach Darstellung ihres Referatsleiters Katastrophenschutz keine Hinweise auf die verheerende Entwicklung im Ahrtal mit 135 Toten. «Es war eine Flächenlage, die mehrere Kreise betroffen hat», berichtete Referatsleiter Heinz Wolschendorf am Freitag im Untersuchungsausschuss in Mainz. «Dass es so dramatisch aussieht im Kreis Ahrweiler, ist erst am 15. im Laufe des Tages richtig klar geworden.»

Der Abgeordnete Martin Haller (SPD, M) sitzt bei einer Zeugenbefragung zur Flutkatastrophe im Ahrtal. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die ADD habe zunächst auch keinen Hinweis darauf gehabt, dass eine technische Einsatzleitung nicht funktioniere. «Die Kreise müssen, wenn sie sich überfordert fühlen, Kontakt suchen», sagte Wolschendorf in seiner rund dreieinhalbstündigen Vernehmung im Landtag. Sonst gebe es keine Anhaltspunkte, dies anzunehmen.

Am Morgen des 16. Juli habe Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) den damaligen Landrat des Kreises Ahrweiler aber gefragt, ob das Land die Einsatzleitung übernehmen solle. Jürgen Pföhler (CDU) habe dies da aber noch abgelehnt. Der Eindruck, der der Anfrage zugrunde lag, sei über einen Verbindungsmann entstanden, den die ADD am 15. in die technische Einsatzleitung in den Kreis Ahrweiler geschickt habe. Zugleich seien immer mehr Vermisstenmeldungen eingegangen - zwischenzeitlich seien es mehr als 5000 gewesen.

Der Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz ist kommunale Pflichtaufgabe. «Ich kann Ihnen nicht sagen, was 5,50 Meter Pegel an der Ahr bedeuten», sagte Wolschendorf. Die ADD ist die für den Katastrophenschutz zuständige Landesbehörde. Teil der Meldekette bei Hochwasser ist sie nicht.

In der Katastrophennacht habe die bereits am Morgen eingerichtete ADD-Koordinierungsstelle händeringend versucht, in Deutschland und europaweit nachtflugtaugliche Hubschrauber mit Seilwinden zu bekommen - ohne Erfolg. Später seien im Ahrtal mindestens 30 Hubschrauber im Einsatz gewesen. Insgesamt seien rund 300 Menschen mit Hubschraubern gerettet worden und mindestens noch einmal so viele mit anderen Mitteln. Die 760 Verletzten hätten seines Wissens nach alle überlebt.

© dpa

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