Keine neue Lichterfahrt mit vielen Traktoren im Ahrtal

Kunterbunt beleuchtete Trecker brachten vor einem Jahr Kinderaugen zwischen Hausruinen im Ahr-Flutgebiet zum Glänzen. Dieses Jahr müssen die Menschen auf die Lichterfahrt verzichten. Ein Mitorganisator nennt dafür zwei Gründe.
Ein Weihnachtsbaum steht in der Adventszeit vor einem flutzerstörten Haus. © Thomas Frey/dpa/Archiv

Rund 1500 Traktoren und andere Fahrzeuge mit Weihnachtsbeleuchtung sind vor einem Jahr durch das Ahr-Flutgebiet getuckert - doch an diesem Samstag fällt die Lichterfahrt ins Wasser. Markus Wipperfürth, nordrhein-westfälischer Landwirt, Unternehmer und Ahr-Fluthelfer der ersten Stunde, sagt: «Letztes Jahr war ich dabei, das war mega. Die Leute haben so viel Schlimmes erlebt und haben sich so gefreut.» Tausende Lichter leuchteten damals unter dem Motto «Ein Funken Hoffnung» in der Abenddunkelheit zwischen flutgeschädigten Häusern. Beim Hochwasser der Ahr im Juli 2021 waren mindestens 134 Menschen getötet worden.

Mitorganisator Albert Schmitz, Landwirt in NRW nahe dem Ahrtal, sagt, der Plan einer Neuauflage der Lichterfahrt an diesem Samstag (3.12.) zerschlage sich aus zwei Gründen. Erstens fehle der Rückhalt von Verantwortlichen und Vereinen im Ahrtal: «Da kam wenig Feedback.» Die Veranstalter eines kleinen Nikolaus-Marktes etwa hätten offen gesagt: «Wir wollen nicht, dass die Traktoren kommen.» Schmitz betont: «Wir wollen als Außenstehende dem Ahrtal nichts aufzwingen.»

Zweitens habe sich die Kreisverwaltung Ahrweiler erneut nicht auf eine Genehmigung nach dem Versammlungsgesetz mit politischer Meinungsäußerung eingelassen, sondern wieder eine Ausnahmegenehmigung nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) ins Gespräch gebracht. Doch den Veranstaltern wäre es tatsächlich auch um politische Forderungen wie die Förderung regionaler Agrarprodukte gegangen, erklärt Schmitz. Der Nachteil der StVO-Ausnahmeregelung wäre ein höherer Aufwand: Zum Beispiel müssten alle vorher ihre Fahrzeugscheine präsentieren - und wenn spontan weitere Traktorfahrer hinzukämen, wäre es schwierig.

Laut Kreisverwaltung gab es vor einem Jahr eine Ausnahmegenehmigung für rund 75 Traktoren - doch dann kamen etwa 1500 Fahrzeuge. «Bei einem möglichen Rettungseinsatz oder dergleichen wäre damals ein Durchkommen der Rettungskräfte nicht möglich gewesen. Zum Glück kam es in diesem Zeitraum zu keinem Notfall», ergänzt die Verwaltung. Bis Dienstagnachmittag ging nach ihrer Aussage kein neuer Antrag ein.

© dpa
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