Städte bereiten sich auf Energieengpässe im Winter vor

«Das Beste hoffen, aber auf das Schlimmste vorbereitet sein»: Mit diesem Leitspruch blickt der Städtetag der kalten Jahreszeit entgegen. Die Probleme seien ernster und vielfältiger, als vielen Menschen bewusst sei.
Lisa Diener, geschäftsführende Direktorin Städtetag Rheinland-Pfalz. © Andreas Arnold/dpa/Archivbild

Als lokale Reaktion auf die Energiekrise sieht der Städtetag Rheinland-Pfalz die größten Einsparpotenziale bei Schwimmbädern und Schulen. «Da muss der Hebel angesetzt werden», betonte Geschäftsführer Michael Mätzig im Redaktionsgespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe nicht darum, Schulen zu schließen, sondern um ein Absenken der Raumtemperaturen um ein, zwei Grad. «Das sind aber auch die Bereiche, die am kontroversesten diskutiert werden», räumte er ein.

Schwimmbäder dürften in der Diskussion nicht einfach außen vor gelassen werden. «Wir brauchen Handlungsspielraum», forderte er. Es wird Kommunen geben, die auf eine Schließung von Schwimmbädern verzichten können. Andere werden diesen Schritt aber gehen müssen.»

Die Städte müssten damit rechnen, dass Menschen ihre Wohnungen im Winter nicht mehr heizen könnten oder wollten, weil die Energiekosten zu hoch seien, sagte Geschäftsführerin Lisa Diener. Daher sei die Einrichtung von Wärmeinseln oder -räumen denkbar. «Zum Beispiel muss man überlegen, ob man nicht die Schulen nutzt, die eh geheizt werden, damit sich dort nachmittags frierende Menschen aufwärmen können», schlug Diener vor.

Nach Ansicht des Städtetags müssen auch Anlaufpunkte für den Fall möglicher Evakuierungen bei einer Gasmangellage geschaffen werden. «Es ist schlimm genug, dass wir in Deutschland über so etwas sprechen müssen, aber wir müssen uns vorbereiten», sagte Mätzig. «Das ist ein Kraftakt, zumal wir noch die Flüchtlingsproblematik haben und niemand weiß, wie es mit Corona weitergeht. Wir haben eine multiple Krisenlage. Das geht an die Substanz.»

Die Themen sind nach Ansicht Mätzigs vielfältiger und ernster, als das vielen Menschen vielleicht bewusst sei. «Es geht nicht nur darum, nur noch kalt zu duschen und die Heizung herunterzudrehen», sagte er. «Es geht vielmehr darum, das Beste zu hoffen, aber auf das Schlimmste vorbereitet zu sein.»

Der Städtetag arbeitet nach eigenen Angaben mit der Landesregierung an einem abgestimmten Maßnahmenkatalog, der sich an die Kommunen richten soll. Es sei vor Ort mit erheblichem Widerstand von Betroffenen gegen die Beschränkungen zu rechnen. «Wir brauchen den Schulterschluss. Wir bekommen die Akzeptanz nicht hin, wenn sich Land und Kommunen nicht einigen», sagte Diener.

Wichtig ist es nach Ansicht des Städtetags, dass die Kommunen vor Ort die notwendige Flexibilität für die jeweils passenden Entscheidungen haben. «Dabei kann es durchaus um die Schließung von Sportstätten oder Schwimmbädern gehen. Es wird aber keine Lösung geben, die für alle Kommunen gleichermaßen passt», sagte die Geschäftsführerin. Die Städte würden die Interessen von Sport und Kultur abwägen, da sie wüssten, wie sehr gerade die Kultur unter den Corona-Beschränkungen gelitten habe. Kultur habe eine wichtige Funktion und sei in der jetzigen Situation gefragter denn je.

«Wir müssen aufpassen, dass wir Dinge nicht dauerhaft kaputtmachen, die nie wieder zurückkommen werden», warnte Mätzig. «Lieber mit Pudelmütze ins Theater als gar nicht.»

Kritisch sehe er den Trend, öffentliche Gebäude nicht mehr anzustrahlen. «Wir sollten zeigen, dass es noch einen Staat gibt und dass der Staat da ist», sagte er. «Und das muss sich auch irgendwie ausdrücken, und sei es dadurch, dass ein Rathaus angestrahlt wird.» Klar sei freilich, dass nicht jedes Denkmal angestrahlt werden müsse.

© dpa
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