Steag will Reserve-Kohlekraftwerke bald in Betrieb nehmen

Mit dem verstärkten Einsatz von Kohlekraftwerken soll angesichts der Drosselung russischer Lieferungen Gas gespart werden. Im Saarland sollen daher zwei Reserve-Blöcke wieder anfahren und ein Kraftwerk länger am Netz bleiben.
Die Sonne geht neben einem Kühlturm des STEAG Kraftwerk auf. © Marcel Kusch/dpa

Der Essener Kraftwerksbetreiber Steag will im Saarland die beiden Kohlekraftwerke Quierschied und Bexbach voraussichtlich Anfang November wieder in Betrieb nehmen. Technisch und personell wäre auch eine frühere Rückkehr aus der Netzreserve kein Problem, teilte die Steag am Dienstag in Essen mit. Das Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz (EKBG) schreibe aber vor, dass am Kraftwerk ein Steinkohlevorrat für 30 Tage Volllastbetrieb vorhanden sein müsse. Das sei «wegen der aktuell angespannten Logistiksituation beim Schienenverkehr» wohl vorher nicht zu schaffen. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk darüber berichtet.

Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, das Steinkohlekraftwerk im saarländischen Völklingen-Fenne über die eigentlich geplante Stilllegung Ende Oktober hinaus weiter zu betreiben. Das Gesetz gebe zunächst einen Zeitrahmen bis Frühjahr 2024 vor, teilte die Steag mit. «Inwieweit es auch darüber hinaus einen Weiterbetrieb geben kann, hängt nicht zuletzt von der weiteren Entwicklung der Energiemärkte und der Weltlage - Stichwort: Ukrainekrieg - ab.» Ab November werde wegen Personalmangels aber nur noch ein Einblockbetrieb am Standort Fenne möglich sein.

Die Steinkohle für die Kraftwerke werde auf dem Weltmarkt in Nord- und Südamerika, Südafrika und Australien beschafft und dann in die Überseehäfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen verschifft, hieß es. Von dort werde die Kohle per Bahn an die Standorte an der Saar transportiert. Wegen der eingeschränkten Transportkapazitäten auf der Schiene sei die Transportlage angespannt, aber noch händelbar, teilte die Steag mit.

Dass die Bundesregierung eine Priorisierung der Steinkohletransporte auf der Schiene beschlossen habe, sei «ein erster Schritt». Gut wäre auch eine Flexibilisierung des im EKBG festgeschriebenen Stichtags 1. November für die Bereitstellung der Kraftwerksreserven an den Standorten. «Dies würde einen möglichen Transportengpass auf der Schiene weiter entzerren», teilte die Steag mit.

Im Volllastbetrieb kämen die Blöcke Weiher 3 (Quierschied), Bexbach und das Heizkraftwerk Fenne auf eine Nettoleistung von rund 1600 Megawatt. Nehme man das Kraftwerk Bergkamen im Ruhrgebiet mit einer Leistung von 700 Megawatt hinzu, kommen die Kraftwerke laut Steag, die nach EKBG in den Markt zurückkehren können, auf insgesamt 2300 Megawatt. «Damit ließe sich rund ein Viertel der bisher mittels Erdgas erzeugten Strommenge kompensieren.»

© dpa
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