Mainz senkt Raumtemperatur in städtischen Gebäuden

Mit der Senkung der Raumtemperatur in allen städtischen Gebäuden und weiteren Maßnahmen will Mainz seinen Gasverbrauch um 15 Prozent drosseln. «Das Gebot der Stunde heißt: Wir wollen Energie sparen», sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) am Dienstag in Mainz. Die Stadt folge damit der vom Land und den kommunalen Spitzenverbänden genannten Vorgabe, die auch dem Notfallplan der EU entspreche. Ebling rief alle alle Mainzerinnen und Mainzer auf, «auch die privaten Verbrauchsparameter nach unten zu drücken».
Michael Ebling (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Mainz, spricht. © Sebastian Gollnow/dpa

Hintergrund sind stark gedrosselte Gaslieferungen Russlands, das Ende Februar die Ukraine überfallen hatte.

In allen Bürogebäuden der Stadt soll die Raumtemperatur mit Beginn der Heizsaison von 20 auf 18 Grad abgesenkt werden. Als Voraussetzung nannte Ebling eine entsprechende Änderung der Arbeitsstättenverordnung des Bundes. Ausgenommen sind die Kindertagesstätten, in denen es bei der vorgeschriebenen Temperatur von 22 Grad bleibt. Auch Schulen sollen mit einem Minus von zwei Grad ihren Beitrag zum Energiesparen leisten. In städtischen Turnhallen soll die Temperatur um drei Grad abgesenkt werden, in Schwimmbädern wird die Wasser- und Raumtemperatur um zwei Grad verringert.

Von der Temperatursenkung verspricht sich die Verwaltung eine Einsparung um elf Prozent. Weitere Maßnahmen wie der Verzicht auf das Anstrahlen von Gebäuden sollen die Stadt dem Ziel von 15 Prozent nahebringen. Hell erleuchtet bleiben aber der Dom, St. Stephan und die Christuskirche - das habe auch mit der Identität der Stadt zu tun, die «nicht in Dunkelheit versinken» solle, sagte Ebling.

Die Mainzer Stadtwerke wollen nach Angaben des Oberbürgermeisters einen Nothilfefonds im Umfang von einer Million Euro auf den Weg bringen. So solle denjenigen Privatkunden schnell geholfen werden, die aufgrund der steigenden Energiepreise «unverschuldet in eine Situation geraten, die für sie existenziell werden kann».

© dpa
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