Kirchen im Bistum Mainz nicht beheizt: Speyer mit Empfehlung

Temperaturen sinken, Kosten steigen: Der Ukraine-Krieg macht Energiesparen erforderlich - auch in Kirchen. Decken statt Heizung, heißt eine Empfehlung. Oder die Anlagen laufen auf Mindesttemperatur.
Wolken ziehen über dem Mainzer Dom hinweg. © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Die Kirchen im Bistum Mainz werden im Winter nicht beheizt. Als Grund nannte die Verwaltung am Freitag die Energiekrise. Laut der neuen Dienstanweisung, die an diesem Samstag in Kraft tritt, sollen die Heizungsanlagen aller Kirchen nur auf Frostschutz betrieben werden, also mit einer Mindesttemperatur von drei bis vier Grad. Zur Vermeidung von Schäden an Inventar, Kunstgegenständen oder Orgeln komme es grundsätzlich nicht auf die Raumtemperatur an, sondern auf die relative Luftfeuchtigkeit, hieß es. Daher werde in der Anweisung auf die Notwendigkeit richtigen Lüftens hingewiesen, um die relative Luftfeuchtigkeit in einem Bereich zwischen 45 und 70 Prozent zu halten.

Darüber hinaus wurde als Beitrag zum Energiesparen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordinariats vom 23. Dezember bis 5. Januar verbindlich Homeoffice angeordnet. Auf die Kirchengemeinden kämen wegen der stark gestiegenen Energiepreise Mehrkosten in Millionenhöhe zu, wenn nicht mit entsprechenden Maßnahmen gegengesteuert werde, erklärte Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth. Mit der Dienstanweisung reagiere das Bistum auf gesetzliche Vorgaben.

Das Bistum Speyer verwies auf Anfrage auf eine von 18 Bistümern und Landeskirchen erstellte Handlungsempfehlung zum «Verantwortungsbewussten Temperieren von Kirchen im Winter 2022/23». Darunter sind auch Speyer und Trier. «Reduzieren Sie die Temperaturen im Kirchenraum soweit wie möglich. Idealerweise verzichten Sie vollständig auf eine Temperierung», heißt es dort unter anderem. «Sollte eine Grundtemperierung dennoch zwingend notwendig sein, streben Sie eine Begrenzung der Temperatur auf maximal fünf Grad an und verzichten Sie auf Aufheizungen zur Nutzung.»

Zudem sollten Decken oder Kissen ausgelegt werden. «Informieren Sie die Gemeinde frühzeitig und transparent über die geplanten Änderungen der Raumtemperaturen», steht weiter in der Empfehlung. «So können sich die Gläubigen rechtzeitig auf die Änderungen einstellen.»

© dpa
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