Nach großem Kampf: Kaiserslautern scheitert knapp im Pokal

Der 1. FC Kaiserslautern bringt den SC Freiburg an den Rand einer Niederlage. Doch am Ende reicht es für die Pfälzer nicht ganz zur Pokal-Überraschung. Die Leistung macht aber Mut für den weiteren Saisonverlauf.
Freiburgs Roland Sallai jubelt nach seinem Tor zum 1:1. © Tom Weller/dpa

Lange sah es nach einer Pokal-Party auf dem Betzenberg aus, doch nach 120 Minuten lagen die Profis des 1. FC Kaiserslautern ausgelaugt und enttäuscht auf dem Rasen des Fritz-Walter-Stadions. Durch das 1:2 (1:1, 1:0) nach Verlängerung gegen den Vorjahresfinalisten SC Freiburg ereilte die Roten Teufel am Sonntag das bittere Aus in der 1. Runde des DFB-Pokals. FCK-Trainer Dirk Schuster war einerseits «brutal stolz auf die großartige Leistung» seines Teams, ärgerte sich aber auch darüber, «dass wir das Spiel verloren und ein wenig dabei geholfen haben».

Roland Sallai in der 82. Minute und Ritsu Doan (111.) bewahrten den Europa-League-Teilnehmer aus dem Breisgau mit ihren späten Toren vor dem drohenden Aus. Marlon Ritter (33.) hatte die couragierten Pfälzer vor 38 317 Zuschauern mit einem Traumtor aus fast 50 Metern in Führung gebracht. «Wir haben Freiburg alles abverlangt und am Rande der Niederlage gehabt. Leider haben wir beim Ausgleich brutal gepennt», resümierte Schuster und fügte hinzu: «Wir werden jetzt aber nicht in Depressionen verfallen.»

Von Beginn an war Feuer im Duell der Südwest-Rivalen. Freiburg setzte vornehmlich auf spielerische Elemente, der FCK auf seine Kampfkraft. Julian Niehues sah nach nicht einmal 60 Sekunden die Gelbe Karte. Chancen konnte sich zunächst aber kein Team erarbeiten.

Bereits in der 13. Minute musste SC-Coach Christian Streich, der am Sonntag zum Trainer des Jahres gekürt worden war, das erste Mal wechseln. Für den verletzten Rechtsverteidiger Lukas Kübler kam Killian Sildillia. Freiburg hatte zwar mehr vom Spiel, konnte die FCK-Defensive aber kaum in Verlegenheit bringen. Die Hausherren agierten bissig und wurden von den Fans für jede Grätsche gefeiert.

Nach vorn ging bei den Pfälzern zwar wenig, doch ein Geniestreich von Ritter brachte die überraschende Führung. Der Mittelfeldspieler überwand den zu weit vor dem Tor postierten SC-Keeper Mark Flekken mit einem Schuss fast von der Mittellinie. Der Niederländer war mit den Fingerspitzen zwar noch am Ball, konnte den Treffer aber nicht verhindern. «Ich wäre lieber eine Runde weitergekommen, als so ein Tor zu schießen», sagte Ritter zu seinem Treffer der Marke «Tor des Monats».

Die Gäste kamen erst nach dem Wechsel zur ersten Chance. Der vom FC Augsburg gekommene Michael Gregoritsch verzog aus 15 Metern knapp. Freiburg erhöhte nun den Druck, doch vor dem Tor fehlte zunächst die letzte Konsequenz.

Mit zunehmender Spielzeit musste Kaiserslautern bei hochsommerlichen Temperaturen der intensiven Laufarbeit ein wenig Tribut zollen. Trainer Dirk Schuster reagierte und brachte gleich vier frische Kräfte, die das FCK-Spiel belebten. Stürmer Terrence Boyd bot sich mehrmals die Chance zum 2:0, konnte diese aber allesamt nicht nutzen. «Wenn das Tor fällt, ist der Deckel drauf», sagte Boyd.

So rettete Sallai die Breisgauer mit dem späten Ausgleich in die Verlängerung, wo Doan per direktem Freistoß zum Sieg traf. «Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass wir nicht eine Runde weitergekommen sind, weil wir über 120 Minuten dagegen gehalten haben», sagte Ritter.

© dpa
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