Neue Präparate geben Impfkampagne wieder etwas Schwung

Das Interesse an Corona-Impfungen war in den vergangenen Monaten zurückgegangen. Seitdem Vakzine auf dem Markt sind, die an die Omikron-Variante angepasst sind, hat sich das geändert.
Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums impft einen Mann gegen Corona. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Dank der an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffe des Mainzer Herstellers Biontech hat die Impfkampagne in Rheinland-Pfalz wieder etwas Schwung bekommen. Das geht aus Daten des Gesundheitsministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hervor. «Die angepassten Impfstoffe werden gut angenommen», teilte die KV mit. Ihr Anteil habe zuletzt bei rund 92 Prozent aller Impfungen gelegen. Nach wie vor seien es vor allem Ältere, die sich impfen lassen: Ihr Anteil lag in den vergangenen Wochen konstant bei gut 70 Prozent.

In Rheinland-Pfalz waren die ersten Dosen für Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem an den Omikron Subtyp BA.1 angepassten Wirkstoff der Hersteller Biontech/Pfizer Mitte September ausgeliefert worden. Seitdem sei in den Praxen ein «deutlicher Aufwärtstrend» bei den Impfzahlen festzustellen, berichtete die KV, deren Angaben das Impfgeschehen bei den niedergelassenen Ärzten wiedergeben.

Allerdings kommt die Variante BA.1, die Anfang dieses Jahres noch stark verbreitet war, seit längerer Zeit hierzulande gar nicht mehr vor. Biontech hatte kurz darauf zusätzlich die EU-Zulassung für ein an die aktuell vorherrschenden Virusvarianten BA.4 und BA.5 angepasstes Vakzin erhalten und auf den Markt gebracht.

Auch in den Impfzentren des Landes ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Nachfrage nach den an Omikron angepassten Impfstoffen gestiegen. Das Interesse an dem BA.1- Impfstoff habe aber stark nachgelassen, seitdem das BA.4/5-Präparat zur Verfügung stehe, teilte das Ministerium mit. Dieser Impfstoff ist seit wenigen Tagen verfügbar. Und schon jetzt ist die Zahl der verabreichten BA.4/5-Dosen mit knapp 12.000 (aktuellster Stand) etwa doppelt so hoch wie die des BA.1-Vakzins.

Generell besteht aber den Angaben zufolge in den Impfzentren kein Recht auf eine Wahl des Impfstoffs. Die Auswahl des passenden Mittels orientiere sich an den geltenden Empfehlungen beispielsweise zu Alter, Impfstoffkombinationen, Vorerkrankungen und anderen Faktoren.

Die an Omikron angepassten Impfstoffe sind laut Gesundheitsministerium nur für Auffrischungen (Booster) zugelassen. Die anderen, seit längerem verfügbare Impfstoffe werden weiterhin für die Grundimmunisierung verwendet.

Da die Nachfrage nach dem BA.1-Impfstoff von Biontech inzwischen gegen Null gehe, werde dieser nicht mehr geordert, berichtete das Ministerium. Im Land sind nach letztem Stand davon noch 6840 Fläschchen (41.640 Impfdosen) mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum 30. April 2023 gelagert. «Hier droht die Verschrottung», erklärte eine Sprecherin.

Der BA.1-Impfstoff des US-Hersteller Moderna werde nur wenig verabreicht, da die Nachfrage gering sei. Derzeit gebe es noch etwa 630 Fläschchen (3150 Impfdosen) mit Mindesthaltbarkeitsdatum 9. Mai 2023. Da der Verbrauch gering, aber stetig sei, werde der Großteil wohl bis dahin verbraucht werden, hieß es.

Der rheinland-pfälzische Impfkoordinator Daniel Stich (SPD) rief die Menschen in dem Bundesland auf, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen: «Jetzt ist die Zeit, sich mit der Impfung zu schützen und dadurch gut und sicher durch die beginnende kalte Jahreszeit zu kommen.»

Mit Blick auf die zuletzt wieder gestiegenen Inzidenzzahlen erklärte er, dass auch in Rheinland-Pfalz von einer hohen Dunkelziffer bei den Neuinfektionen ausgegangen werden müsse. Deshalb seien weitere Faktoren nötig, um die Pandemielage gewissenhaft beurteilen zu können. Mit dem Start des flächendeckenden Abwassermonitorings habe Rheinland-Pfalz vor wenigen Tagen einen Schritt in diese Richtung unternommen.

In mehr als einem Dutzend Kläranlagen im gesamten Bundesland werden aus dem Abwasser Proben entnommen und von einem Fachlabor untersucht. Die Auswertung soll zeigen, ob die Pandemie stagniert, sich ausbreitet oder zurückentwickelt. Auch das Aufspüren neuer Untervarianten des Virus soll möglich sein.

© dpa
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