Mainz und Matchwinner Lee glücklich über Topstart

Ein Last-Minute-Tor von Joker Jae-Sung Lee lässt den FSV Mainz beim FC Augsburg jubeln. Mit sieben Punkten aus drei Spielen legen die 05er einen furiosen Start in der Bundesliga hin. Der Auswärtscoup hat es in sich.
Zwei Fußballspieler kämpfen um den Ball. © Uli Deck/dpa/Symbolbild

Nach dem Topstart seiner Mainzer um Matchwinner Jae-Sung Lee scherzte Trainer Bo Svensson. «Jetzt kann die Saison aufhören. Leider haben wir noch 31 Spiele», sagte der dänische Coach nach dem 2:1 (1:1) am Samstag beim FC Augsburg vergnügt.

Mit sieben Punkten aus drei Bundesligapartien stehen die Mainzer in der Tabelle weit oben. Nach Svenssons Einschätzung geht es aber noch besser. «Es ist nur der Anfang», betonte der frühere Verteidiger. «Ich traue der Mannschaft in einigen Bereichen, in einigen Phasen des Spiels zu, noch besser zu sein.»

In Augsburg half auch ein bisschen Anarchie vor dem Last-Minute-Tor des 1,80 Meter großen Jokers Lee. «Wir haben alle auf der Bank geschrien: Die sollen bloß nicht schnell ausführen, weil unsere großen Kopfballspieler mit rein müssen», beschrieb Svensson die späte Aktion. «Sie haben Gott sei Dank nicht darauf gehört.»

Einen Eckball kurz vor Schluss führte Delano Burgzorg schnell aus, Aaron flankte in die Mitte. Dort köpfte der eingewechselte Lee (90.+3) vor dem 1,85 Meter großen Ricardo Pepi die Mainzer ins Glück. «Ich will der Mannschaft helfen», sagte der südkoreanische Matchwinner über seinen fußballerischen Auftrag.

«Eher selten» sei Lee mit dem Kopf erfolgreich, meinte Svensson nach dem Schlusspfiff bestens gelaunt. «Er ist nicht unser Zielspieler.» Manchmal sei aber Kreativität gefragt.

In einer zähen ersten Hälfte hatte Karim Onisiwo (31. Minute) die Mainzer mit seinem schon dritten Saisontor in Führung gebracht. Video-Assistent Sören Storks wies im Kölner Keller zwar auf ein angebliches Handspiel des Österreichers hin, Referee Sascha Stegemann erkannte den Treffer der Gäste aber an.

«Er hat mir gesagt, dass das keine Absicht war und deshalb zählt das Tor», beschrieb Augsburgs verärgerter Trainer Enrico Maaßen die umstrittene Szene. Vor dem Gegentor sei Onisiwo bei einem Zweikampf mit Augsburgs Kapitän Jeffrey Gouweleeuw der Ball «klar auf den Oberarm» gefallen. Der Treffer zählte dennoch.

Ermedin Demirovic (35.) glich vor 23 755 Zuschauern noch in der ersten Hälfte kunstvoll per Hacke aus. «Am Ende ist das Tor Nebensache, wir haben die Punkte nicht hier gelassen», resümierte der Stürmer. «Das tut extrem weh.»

Torwart Rafal Gikiewicz (62.) bewahrte die Augsburger bei einem von Aaron geschossenen Foulelfmeter sogar noch vor einem Rückstand. Das war eine Rarität! Die Mainzer vergaben nämlich erstmals seit Mai 2013 in der Eliteklasse wieder einen Strafstoß. Dazwischen hatten die 05er, die die vergangenen fünf Bundesligaspiele in Augsburg verloren hatten, mit 36 verwandelten Elfmetern einen Rekord aufgestellt.

«Ich glaube, der Aaron wollte unbedingt in die Zeitung», scherzte der Mainzer Verteidiger Alexander Hack. «Irgendwann reißt jede Serie.» Sauer auf den Spanier war aber kein Mainzer. «Eigentlich macht er jeden im Training und im Spiel hat er die auch gemacht», sagte Hack. «Deshalb brauchen wir nicht groß rumdiskutieren.»

© dpa
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