Kohfeldt über Kruse-Hattrick: «Nicht zu hoch hängen»

Wolfsburg hat gegen Mainz die Wut nach dem Debakel in Dortmund herausgelassen. Die Winter-Neuzugänge Max Kruse und Jonas Wind erzielten die Treffer beim 5:0 gegen hilflose Rheinhessen. Trainer Florian Kohfeldt wollte Dreifachtorschütze Kruse aber nicht zu viel loben.
Wolfsburgs Max Kruse gestikuliert. © Swen Pförtner/dpa

Der VfL Wolfsburg hat dank seiner Winter-Transfers Max Kruse und Jonas Wind die schmerzhafte Blamage bei Borussia Dortmund in den Hintergrund gerückt. Am Freitagabend nahmen die «Wölfe» den FSV Mainz 05 in Überzahl mit 5:0 (5:0) auseinander. Die beim 1:6 in Dortmund am vergangenen Wochenende überrumpelte Wolfsburger Mannschaft zeigte eine klare Reaktion gegen überforderte und ideenlose Mainzer. Kruse schnürte dabei einen Dreierpack.

Trainer Florian Kohfeldt wollte den 34-Jährigen dafür aber nicht zu sehr hervorheben: «Dass er drei Tore schießt, sollte man aus meiner Sicht nicht zu hoch hängen - auch wenn sie sehr, sehr schön waren. Für mich war im Offensivbereich auch Jonas Wind ein überragender Spieler.» Dennoch freue er sich über den «schönen Hattrick».

Kruse (24. Minute, 35., 45+2) und der Däne Wind (8., 42.) sorgten für den deutlichen Sieg. Vor allem Kruse zeigte, warum er so wichtig sein kann. Vor dem Spiel hatte der Neuzugang von Union Berlin bisher nicht vollends die Rolle des erfahrenen und torgefährlichen Anführers ausgefüllt, für die er geholt worden war. Nach einem schwachen Auftritt in Dortmund, wenigen Ballkontakten und der Auswechslung nach der ersten Hälfte, zeigte er gegen Mainz aber seine Klasse.

«Das Gute ist, dass Max selber wusste, dass er letzte Woche nicht so gut war - wie auch alle anderen», sagte Kohfeldt und fügte hinzu: «Wir haben in dieser Woche kurz geredet und dann weiß er auch, was zu tun ist.» Der sichtlich erleichterte VfL-Trainer ließ sich nach dem Spiel noch Zeit für Fans, machte einige Selfies. «Ein wichtiger Sieg für uns, der uns tabellarisch sehr gut tut», kommentierte er das Tor-Festival.

Der Klassenerhalt für den VfL rückt nun in greifbare Nähe. Als Tabellenelfter hat der VfL zum Auftakt des 31. Spieltags bei nur noch drei ausstehenden Spielen neun Punkte Vorsprung vor der Abstiegszone. In der nächsten Partie können die Niedersachsen beim Abstiegskampf-Konkurrenten VfB Stuttgart alles klar machen. Danach stehen noch Spiele beim 1. FC Köln und gegen Bayern München an.

Rechnerisch ist der VfL noch nicht auf dem rettenden Ufer, wie Kapitän Koen Casteels anmerkte. «Ich werde aber sehr, sehr froh sein, wenn wir die nächsten Spiele auch noch gewinnen», sagte der Torhüter: «Nicht nur für den Abstiegskampf, sondern auch für unser Gefühl, dass wir die Saison mit etwas Positivem abschließen können.»

Mit der ersten wirklichen Toraktion der «Wölfe» brachte Wind (8. Minute) einen von Lukas Nmecha an den Pfosten gelenkten und zum Dänen abgeprallten Schuss mühelos im Tor unter. Mainz hatte sich durch die Rote Karte von Niklas Tauer nach einer Notbremse im Strafraum früh selbst geschwächt. Kruse verwandelte den dafür gegebenen Elfmeter vom Punkt und leitete damit seinen Hattrick ein.

Die Mannschaft löste die von Sportdirektor Marcel Schäfer vor dem Spiel geforderte «Antwort auf dem Platz» nach der Klatsche im Ruhrgebiet ein. Mit dem Sieg dürfte auch Kohfeldt wieder etwas sorgloser arbeiten. Vor dem Spiel hatte sich Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke allerdings erneut vor den Trainer gestellt. «Ich gehe davon aus, dass wir in dieser Konstellation die Klasse halten und in die kommende Saison gehen.»

© dpa
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