Gebrauchter Tag: Mainzer Ärger über erste Auswärtspleite

Erstmals in dieser Saison holt der FSV Mainz 05 in der Fremde nichts Zählbares. Die Gründe für die Niederlage gegen Hoffenheim liegen auf der Hand.
Hoffenheims Torschütze Grischa Prömel (r) jubelt mit Georginio Rutter über das Tor zum 2:0. © Uwe Anspach/dpa

Ein Verletzter, ein Feldverweis und am Ende die erste Auswärtsniederlage in dieser Saison: Der FSV Mainz 05 hat im Bundesliga-Gastspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim einen gebrauchten Tag erwischt. Beim 1:4 (0:0) verloren die Rheinhessen am Samstag zuerst Stürmer Jonathan Burkardt mit einer Risswunde am Fuß, dann Alexander Hack durch eine Rote Karte und schließlich das Spiel.

«Es waren zwei Situationen entscheidend: Das verletzungsbedingte Aus von Jonny Burkardt gab unserem Spiel einen Bruch, da haben wir den Faden verloren und da hat sich die Statik des Spiels verschoben. Und dann natürlich der Platzverweis für Alexander Hack, das hat es in der zweiten Halbzeit in Unterzahl sehr schwierig gemacht», analysierte FSV-Sportdirektor Martin Schmidt die 90 Minuten vor 20 114 Zuschauern. «Der Gegner war in Überzahl einfach zu stark. Sie haben uns oft ins Leere laufen lassen.»

Andrej Kramaric in der 53. Minute, Grischa Prömel (69.), Munas Dabbur (80.) und Pavel Kaderabek (90.+2) trafen für die TSG, der Treffer von Dominik Kohr (83.) war für den FSV nur ein schwacher Trost. Die Niederlage hätte sogar noch höher ausfallen können. Dabei hatten die Mainzer gut losgelegt und waren bis zur Pause ebenbürtig. «Es war ein Spiel mit zwei Phasen: vor der Roten Karte, nach der Roten Karte», befand Trainer Bo Svensson.

In Unterzahl konnte sein Team dem spielstarken Gegner nicht mehr Paroli bieten. «Wir haben es nach der Pause nicht geschafft, lange stand zu halten und haben das Gegentor aus einer Umschaltsituation herausbekommen. Da waren wir naiv», sagte Svensson.

Nach zuvor drei Saison-Auswärtssiegen mussten die 05er, für die es in Sinsheim die erste Niederlage seit Februar 2018 war, die Heimreise dieses Mal mit leeren Händen antreten. «Elf gegen elf haben wir viel gut gemacht, deswegen müssen wir es abhaken», sagte Abwehrspieler Stefan Bell. «Schade, dass wir so hoch verloren haben. Aber das darf niemanden aus der Bahn werfen.»

Der Sportdirektor sah es ähnlich und richtete den Blick schnell nach vorn. «Das ist heute passiert und lässt sich nicht ändern. Wir fallen nicht um, der Kopf bleibt oben», sagte Schmidt. Schon am kommenden Freitag geht es vor eigenem Publikum gegen Hertha BSC weiter. Der Schweizer gab dafür die Marschroute vor: «Da müssen wir unsere Heimstärke in die Waagschale werfen und beginnen dann eben eine Heimserie, nachdem die Auswärtsserie gerissen ist.»

© dpa
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