So wenig Arbeitslose wie vor 30 Jahren

Trotz des Ukraine-Kriegs sinkt die Arbeitslosigkeit weiter. Im vierten Monat in Folge sind weniger Menschen erwerbslos gemeldet. Die Zahl der offenen Stellen steigt. Ausbildungsplätze gibt es auch noch.
Das Logo der Agentur für Arbeit. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz war im Mai so niedrig wie zuletzt vor 30 Jahren. Rund 95.400 Männer und Frauen waren im Mai dieses Jahres arbeitslos gemeldet. Das waren 2,4 Prozent weniger als im April und sogar 17,9 Prozent weniger als im Mai 2021, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Trier berichtete. «Wir verzeichnen die niedrigste Mai-Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 1992», sagte die Chefin der Regionaldirektion, Heidrun Schulz. «Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs schlagen sich nicht in den Kennzahlen am Arbeitsmarkt nieder.»

Die Arbeitslosenquote lag im Mai bei 4,2 Prozent, sagte Schulz. Das waren 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und ein Prozentpunkt weniger als im Mai 2021. Stichtag für die Mai-Zahlen 2022 war der 12. Mai.

Rückgänge meldet die Arbeitsagentur auch bei der Unterbeschäftigung und den Anzeigen auf Kurzarbeit: Die Unterbeschäftigung erfasst auch Menschen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt werden. Rund 127.800 Männer und Frauen waren das im Mai, 14,2 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Die Anzeigen auf Kurzarbeit gingen innerhalb eines Monats von 240 auf 150 zurück. Betroffen waren davon im Mai 2900 Mitarbeiter - 500 weniger als im April. Die Anzeige für Kurzarbeit bedeutet aber noch nicht, dass sie auch wirklich umgesetzt wird.

Die Nachfrage nach Fachkräften steige weiter, sagte Schulz. Rund 46.700 Arbeitsstellen waren unbesetzt. Das waren 500 oder 1,1 Prozent mehr als im April. Gegenüber dem Mai 2021 betrug das Plus bei den offenen Stellen sogar 12.000 oder 34,5 Prozent. Die meisten Arbeitskräfte werden demnach bei der Zeitarbeit, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist dagegen weiter gestiegen. Im März - neuere Zahlen gibt es noch nicht - waren den Angaben nach 1,474 Millionen Beschäftigte registriert. Das waren 2,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Anstieg kam vor allem aus dem Handel, dem Gesundheitswesen, den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Ein Rückgang war dagegen in der Finanz- und Versicherungsbranche erkennbar.

Beim Ausbildungsmarkt konzentrieren sich mehr als 56 Prozent der jungen Frauen und fast 41 Prozent der jungen Männer auf je zehn Berufe. Ganz vorne bei den Frauen ist die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, bei den Männern zum KfZ-Mechatroniker für Pkw-Technik. 4000 Bewerber hätten bereits einen Ausbildungsplatz gefunden, 1300 gingen weiter zur Schule, studieren oder machten ein Praktikum.

Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind noch 7900 junge Männer und Frauen. Seit Oktober 2021 seien 23.400 Ausbildungsplätze gemeldet worden, 6,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. 13.800 Ausbildungsplätze sind noch zu besetzen - 16,6 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2021.

«In fast jeder Branche finden sich interessante Angebote», sagte Schulz. «Mit Hilfe eines Praktikums können sich Jugendliche Einblicke in das konkrete Tätigkeitsfeld verschaffen.» Die Berufsberaterinnen und -berater der Arbeitsagentur stünden auch dafür zur Verfügung.

© dpa
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