Schulstart im Saarland: Ohne Masken, mit G9

Zum Schulstart am Montag wird im Saarland G9 an den Gymnasien eingeführt. Die Bildungsministerin freut sich über steigende Schülerzahlen auch bei den ABC-Schützen. Schulschließungen wegen Corona will sie verhindern.
Ein Lehrer steht im Unterricht an der Tafel. © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Das Saarland wird am kommenden Montag ohne spezielle Corona-Maßnahmen in das neue Schuljahr starten. «Es wird keine Maskenpflicht und keine Testpflicht geben», sagte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) am Dienstag in Saarbrücken. Sie wüsste nicht, warum ausgerechnet an den Schulen flächendeckende Tests durchgeführt werden sollten, wenn es diese in keinem anderen Bereich gebe.

Laut Streichert-Clivot will das Kabinett zunächst abwarten, wie die Beratungen zum Bundesinfektionsschutzgesetz ausgehen. Wichtig sei für sie, dass Regelungen für Schüler und Eltern nachvollziehbar seien. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, der in den letzten zwei Jahren da gewesen sei, «dass wir Schulen und Schüler und Schülerinnen über Gebühr Maßnahmen auferlegen, die es in anderen gesellschaftlichen Bereichen so nicht gibt». Auch werde es, «solange wir das Heft in der Hand halten», keine Schulschließungen geben.

Zum Schulstart setzt die saarländische SPD-Regierung wenige Monate nach dem Regierungswechsel die Wiedereinführung von G9 an den Gymnasien um. Von der neuen Regelung, wonach das Abitur nach neun und nicht nach acht Jahren gemacht wird, sind alle Schüler betroffen, die am Montag in die fünfte beziehungsweise sechste Klasse kommen. Ab dem kommenden Schuljahr wird dann ab der Klasse 7 das Fach Informatik an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen verpflichtend eingeführt.

Erfreut zeigte sich die Bildungsministerin über steigende Schülerzahlen. So werden in der nächsten Woche 8946 ABC-Schützen eingeschult - das sind 385 mehr als im Vorjahr. Insgesamt gibt es an den saarländischen Schulen 92.668 Schülerinnen und Schüler - ein Plus von 1869. Christine Streichert-Clivot bezeichnete dies als erfreuliche Veränderung im Vergleich zu den vergangenen Jahren, zumal es die Steigerungen bei den jüngeren Schülern gebe. «Das heißt, wir haben es mit mehr Geburten zu tun.» Dies sei auch «eine Bestätigung für die Familien- und Bildungspolitik des Landes».

Dass es mehr Schüler im System gebe, sei zudem auf die Zuwanderung wegen der Situation in Kriegsgebieten zurückzuführen. Verstärkt sei dies durch den Krieg in der Ukraine seit Februar spürbar. Davon betroffen seien vor allem die Grundschulen mit 606 Kindern und die Gemeinschaftsschulen mit 565. An den Gymnasien gebe es 263 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine.

Streichert-Clivot geht davon aus, dass diese Zahl weiter wachsen werde. Umso wichtiger sei es, dass auch die Landesregierung mit mehr Lehrerstellen darauf reagiere. Im Haushalt für 2023, der nun diskutiert werde, habe man ein deutliches Plus: 146 unbefristete Vollzeitstellen für Lehrer und zusätzlich 121 Sprachförderlehrkräfte.

Nach Angaben eines Ministeriumssprechers gab es im vergangenen Schuljahr 9400 Lehrkräfte im Saarland, zum neuen Schuljahr sind es rund 100 mehr. Hinzu kämen 180 Sprachförderlehrkräfte, die bislang nicht in Trägerschaft des Landes waren.

Um langfristig Lehrkräfte zu gewinnen und den Unterrichtsbedarf abzusichern, muss man nach Ansicht der Ministerin zudem überlegen, sich stärker für Lehrer zu öffnen, die ihre Ausbildung nicht im Saarland oder in Deutschland absolviert haben. Auch für Seiten- und Quereinsteiger müsse es neue Programme geben. Streichert-Clivot: «Für mich gibt es da keine Denkverbote. Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass wir Fachkräfte gewinnen müssen, dass wir die besten Menschen brauchen im Umgang mit unseren Schülerinnen und Schülern.» Auch eine Diskussion zum Quer- und Seiteneinstieg könne zur Qualitätsverbesserung in Schule insgesamt beitragen.

© dpa
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