Saarland will weitere Bundesförderung für «Sprach-Kitas»

Ende des Jahres soll die Bundesförderung für das Programm «Sprach-Kitas» auslaufen. Die saarländische Bildungsministerin hofft nun auf Unterstützung für einen Entschließungsantrag im Bundesrat.
Jacken und Rucksäcke hängen in einer Kita im Flur. © Caroline Seidel/dpa/Symbolbild

Das Saarland will sich gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern im Bundesrat für den Erhalt des Bundesprogramms «Sprach-Kitas» einsetzen. Die beiden Länder formulierten einen gemeinsamen Entschließungsantrag «Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist», der am Freitag im Bundesrat beraten werden soll. Die Bundesförderung des Programms läuft Ende des Jahres aus. Zu dem Thema will die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) im Bundesrat Stellung beziehen.

Der Bund finanziert über das Programm seit 2016 zusätzliches Personal an Kitas zur Sprachentwicklung, vor allem an Einrichtungen mit vielen Kindern mit Sprachförderbedarf. Ab kommendem Jahr sollen nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) die Bundesländer die Förderung übernehmen.

In einem Interview hatte Paus vor einigen Tagen erklärt, dass sie an einer Übergangslösung für das Programm arbeite. Sie habe im Bundestag «gute Signale» vernommen, in der Ampel-Regierung dafür eine Lösung zu finden, so Paus. Wichtig sei es, die «Sprach-Kita»-Beschäftigten ab Januar «nicht ins Loch fallen» zu lassen, da die Weiterfinanzierung des Programms durch die Länder erst ab Juli des kommenden Jahres möglich sei.

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) warb im Vorfeld der Bundesratssitzung um die Unterstützung der Länder: «Über Sprache erschließen sich Kinder die Welt, sie ist der Schlüssel zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Das macht die Sprachförderung gerade jetzt - angesichts der Folgen der Corona-Krise und des Ukraine-Krieges - so wichtig», sagte sie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken.

Bisher beharre das Bundesfamilienministerium auf seiner Position, das Programm nicht mehr fortführen zu wollen. Deshalb setze man sich jetzt im Bundesrat für die Sprachförderung ein. Streichert-Clivot: «Wir werben für eine breite Zustimmung der Ländergemeinschaft und ein starkes Signal im Sinne unserer Jüngsten und der engagierten pädagogischen Fachkräfte in den Kitas.»

Der Stellenwert, den die frühkindliche sprachliche Bildung in Kindertagesstätten für die Verbesserung von Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern mit besonderem Sprachförderbedarf habe, sei «immens», heißt es in dem Antrag. Damit stelle das Bundesprogramm einen Beitrag zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit dar. Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland fordern, das Programm über 2022 hinaus fortzuführen und als dauerhaftes Bundesprogramm zu verstetigen.

Denn die Ansätze des Programms «Sprach-Kitas» hätten sich bewährt: So seien in rund 6900 Kitas durch fast 7500 zusätzliche Fachkräfte mehr als eine halbe Million Kinder erreicht worden. Damit sei etwa jede achte Kita in Deutschland eine Sprach-Kita. Aus einem Zwischenbericht zur wissenschaftlichen Evaluation des Bundesprogramms gehe hervor, dass sich in 83 Prozent der Einrichtungen die Zusammenarbeit mit Familien und die Umsetzung der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung verbessert habe.

© dpa
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