Kreis Ahrweiler sucht neue Einsatzzentrale für Katastrophen

03.07.2022 Die Katastrophenschützer im flutgeschädigten Kreis Ahrweiler sollen eine bessere Einsatzzentrale bekommen. Noch läuft die Suche.

Cornelia Weigand, Landrätin des Kreises Ahrweiler, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. © Thomas Frey/dpa/Archivbild

Rund ein Jahr nach der tödlichen Flut sucht der Kreis Ahrweiler eine neue Einsatzzentrale für den Kampf gegen Katastrophen. Die einstige Technische Einsatzleitung (TEL) in der Kreisverwaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler in einem nur wohnzimmergroßen und fensterlosen Raum neben der Tiefgarage hat sich seinerzeit als ungeeignet erwiesen. Der Handyempfang war schlecht und die Flotte der Einsatzfahrzeuge weit weg. Katastrophenalarm löste der Kreis Ahrweiler erst etliche Stunden nach dem Auftürmen einer extremem Flutwelle gegen 23.00 Uhr in der Nacht auf den 15. Juli 2021 aus. 134 Menschen starben, Tausende Häuser wurden verwüstet.

Die parteilose Landrätin Cornelia Weigand sagte der Deutschen Presse-Agentur, gegenwärtig sei die TEL provisorisch bei der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung in Bad Neuenahr-Ahrweiler untergebracht - mit mehr Platz und besserer Ausstattung. Als am 20. Mai 2022 an der Ahr wieder Unwettergefahr vorhergesagt worden war und der Landkreis Ahrweiler vorsorglich seine Schulen schloss sowie eine Kreistagssitzung absagte, «haben wir das bewusst als Realübung in der TEL gefahren und das Zusammenspiel im Team durchgespielt», ergänzte Weigand. Das Ergebnis der Simulation in der provisorischen TEL sei sehr positiv gewesen - und in der Realität seien glücklicherweise «nur einige Keller wieder voll gelaufen».

Für eine neue dauerhafte Einsatzzentrale im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler dauern die Gespräche laut der Landrätin an. Noch seien Ort und Umzugstermin offiziell unklar. «Die TEL soll nicht in der Innenstadt sein, wo es gegebenenfalls ein Verkehrschaos gäbe, sondern etwas außerhalb mit mehr Platz», sagte Weigand. Material des Katastrophenschutzes und Einsatzfahrzeuge sollten rasch zu erreichen sein. Andere Kreise haben bereits ein solches Konzept, beispielsweise der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit einer oberirdischen TEL mit Handyempfang und mehr Platz neben einem Hangar mit Einsatzwagen. Weigand ergänzte, die künftige Ahrweiler-Einsatzzentrale solle auch für Aus- und Fortbildung im Katastrophenschutz genutzt werden.

© dpa

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