Studie: Weiterhin zu wenig Kita-Plätze im Saarland

Rund 4700 zusätzliche Plätze müssten einer Untersuchung zufolge geschaffen werden, um die Nachfrage von Eltern nach einer Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder zu befriedigen. Dabei gibt es aber vor allem ein Problem.
Ein Kind spielt in einer Kita. © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

Im Saarland mangelt es laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung weiterhin an Kita-Plätzen. Um den Bedarf seitens der Eltern für die Betreuung ihrer Kinder im kommenden Jahr zu decken, müssten voraussichtlich bis zu 4700 zusätzliche Plätze geschaffen werden, wie sich aus den am Donnerstag veröffentlichten Berechnungen der Bertelsmann Stiftung zu den frühkindlichen Bildungssystemen ergibt. Die Reaktionen auf die neue Untersuchung fallen unterschiedlich aus:Die Arbeitskammer mahnt entschlossenes Handeln an, die Landesregierung verweist auf die Investitionen in diesem Bereich.

«Die Zahlen belegen, dass das Saarland den bundesgesetzlich verankerten Rechtsanspruch auf einen Platz in der Kindertagesbetreuung auch bis 2023 nicht für jedes Kind, dessen Eltern einen Bedarf haben, einlösen kann», teilte die Stiftung in Gütersloh mit. Die größte Hürde sei weiterhin der Fachkräftemangel.

Vor allem für die Betreuung von Kindern im Alter unter drei Jahren übersteigt der Bedarf deutlich das Angebot. Um insgesamt genügend Kita-Plätze anbieten zu können, müssten laut der Studie 1500 Betreuer neu eingestellt werden, hierdurch entstünden weitere Personalkosten von fast 68 Millionen Euro im Jahr. Die Betriebs- und mögliche Baukosten kämen hinzu.

«Es sind alarmierende Zahlen, die uns hier vorgelegt werden», erklärte der Geschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes, Thomas Otto. Um dem Rechtsanspruch nachzukommen, sei es mit einem bloßen Platzausbau nicht getan. Nötig seien auch mehr Fachkräfte. «Bereits jetzt fehlt es aber an einschlägigem Personal», sagte Otto. Er forderte «ein gezieltes Zusammenwirken kurz- und langfristiger Entlastungsstrategien», um Personal in Kitas zu halten und neue Fachkräfte zu gewinnen.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) erklärte, das Land haben in den vergangenen Jahren sehr viel in die frühkindliche Bildung und Betreuung investiert. Mit dem neuen Kita-Gesetz gebe es eine gute Grundlage, um die Herausforderungen in den Einrichtungen gemeinsam mit den Trägern zu lösen. «Jetzt geht es darum, den neuen gesetzlichen Rahmen konsequent mit Leben zu füllen - also die Möglichkeiten zusätzlicher Personalisierung auch auszuschöpfen», sagte sie. «Dazu beraten wir die Träger intensiv und tragen einen erheblichen Teil der Personalkosten.» Das gelte auch für den Ausbau der Zahl der Plätze.

© dpa
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