Schwache Herbstbelebung hilft Arbeitsmarkt kaum

Noch robust, aber mit Risikoanzeichen: So sieht es derzeit auf dem Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz aus. Erhöhten Beratungsbedarf gibt es beim Thema Kurzarbeit.
Das Logo der Bundesagentur für Arbeit leuchtet. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Arbeitslosigkeit ist in Rheinland-Pfalz im September leicht zurückgegangen, die übliche Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt fällt aber schwächer aus als sonst üblich. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag mitteilte, waren im September 105.400 Frauen und Männer arbeitslos, 4200 oder 3,8 Prozent weniger als im August. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 1200 Arbeitslose mehr gezählt (plus 1,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag im September bei 4,7 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 4,9 Prozent und vor einem Jahr 4,6 Prozent. Stichtag der Erhebung war der 12. September.

«Die typische September-Entwicklung, die mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit einhergeht, fällt schwächer aus als sonst üblich», sagte Walter Hüther von der Bundesagentur. Die Regionaldirektion stellte einen erhöhten Beratungsbedarf für Kurzarbeit fest, die Zahl der tatsächlichen Anzeigen von Kurzarbeit blieb aber auf dem bisherigen Niveau.

Trotz schwieriger werdenden Rahmenbedingungen nimmt die Beschäftigung den Angaben zufolge weiter zu, die Stellengesuche der Unternehmen liegen immer noch deutlich über dem Vorjahr. «Der Arbeitsmarkt zeigt sich somit robust, Risikoanzeichen sind dennoch erkennbar», erklärte Hüther. «Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert trotz drohender Rezession angesichts des hohen Arbeitskräftebedarfs auch für 2023 keinen Einbruch.»

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im September bei 138.300 Personen. Das waren 3300 oder 2,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Nachfrage der Betriebe nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist laut Bundesagentur weiter hoch. Im Vergleich zum Vorjahr wurden mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt. So gab es im Juli - das ist der derzeit aktuellste Datenstand - rund 1,47 Millionen Beschäftigte in Rheinland-Pfalz, 1,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der deutschlandweite Zuwachs liegt bei 1,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem das Verarbeitende Gewerbe, das Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung, die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie das Gastgewerbe.

© dpa
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