Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz leicht gesunken

Im Oktober war die Erwerbslosigkeit niedriger als im September, aber höher als vor einem Jahr. Im kommenden Jahr wird eine Eintrübung am Arbeitsmarkt erwartet.
Das Logo der Agentur für Arbeit. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz ist im Oktober saisonüblich leicht zurückgegangen - für die nächste Zeit wird aber eine Zunahme erwartet. Die Quote sank von September auf Oktober von 4,7 auf 4,6 Prozent, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Demnach waren im Oktober rund 102.600 Menschen ohne feste Erwerbsarbeit. Das waren 2800 oder 2,7 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2021 gab es allerdings eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um rund 2300 Menschen oder 2,3 Prozent.

Die Unternehmen im Bundesland zeigten auch wieder etwas mehr Kurzarbeit an. So gingen im Oktober nach Daten der Regionaldirektion rund 200 dieser Anzeigen für insgesamt 3400 Beschäftigte ein. Im September waren es 100 Anzeigen. Bei den Anzeigen geht es zunächst um die Genehmigung für Kurzarbeit - ob diese dann auch umgesetzt wird, ist zunächst offen.

Der Arbeitsmarkt wird in den nächsten Monaten nach Einschätzung der Bundesagentur zunehmend von der allgemeinen Konjunktureintrübung beeinflusst. «Im Jahr 2023 werden Kriegsfolgen und Krisen die bisher positive Entwicklung am Arbeitsmarkt vermutlich dämpfen», erklärte die Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, Heidrun Schulz. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erwarte für das nächste Jahr einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 1,0 Prozent in Rheinland-Pfalz.

«Auch am Arbeitsmarkt wird die Entwicklung in den nächsten Monaten mit Unsicherheiten verbunden sein», erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Mit einem Einbruch rechne sie aber nicht, fügte sie mit Blick auf den nach wie vor hohen Fachkräftebedarf der Unternehmen hinzu. Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) kündigte an, dass mit Beginn des kommenden Jahres 92 neue arbeitsmarktpolitische Projekte aufgelegt werden. Dabei geht es unter anderem um den Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf sowie um die Anpassung von Beschäftigten an die Transformation der Arbeitswelt. Gefördert werden die Vorhaben mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds Plus und mit Geld vom Land.

Die Unternehmen im Bundesland meldeten im Oktober insgesamt 46.500 offene Stellen. Das waren 4500 oder 10,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten freien Stellen gab es in der Zeitarbeit (11.170), im Handel (5640), im Verarbeitenden Gewerbe (5060) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (4960).

Auch in der Berufsausbildung gibt es noch viele freie Plätze. In dem Ende September abgeschlossenen Berufsberatungsjahr nahmen 20.100 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz Kontakt zur Arbeitsagentur und den Jobcentern auf - 6,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zu besetzen waren insgesamt 26.200 Ausbildungsstellen. Das waren vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. «Der Ausbildungsmarkt entwickelt sich immer mehr zu einem Bewerberinnen- und Bewerbermarkt», teilte die Regionaldirektion in Saarbrücken mit. «Auf 100 betriebliche Ausbildungsstellen kommen 79 Bewerberinnen und Bewerber.» Somit könnten Jugendliche und junge Erwachsene aus einer immer größeren Vielzahl von Stellen wählen. Für die Betriebe werde es umgekehrt immer schwieriger, Ausbildungsstellen zu besetzen.

© dpa
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