Hitze-Tage in Nordrhein-Westfalen ab Sonntag erwartet

13.07.2022 Auf NRW kommt ab Sonntag eine Hitze-Periode zu. Die 40-Grad-Marke wird dabei vermutlich nicht geknackt. Dennoch sollten die Menschen vorsichtig sein. Hausärzte fordern einen besseren Hitze-Schutz.

Blick auf den Rhein bei einem Pegel von 154cm - im Hintergrund ist der Kölner Dom zu sehen. © Rolf Vennenbernd/dpa

Den Menschen in Nordrhein-Westfalen stehen hochsommerliche und heiße Tage bevor. Von Sonntag bis Mittwoch kommender Woche rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit einer «Hitze-Periode», die Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad mit sich bringen könnte. «Dass es heiß wird - keine Frage», sagte ein Meteorologe am Mittwoch in Essen. «Aber es wird wahrscheinlich nicht über die 40 Grad gehen, zumindest nicht nach aktuellem Stand.» Der vorerst heißeste Tag könnte laut der noch etwas unsicheren Prognose der 19. Juli (Dienstag) werden. Zum Wochenende könne man noch präzisere Vorhersagen treffen, so der DWD.

Nach Einschätzung des Hausärzteverbands müssten die Menschen angesichts der heißen Tage besser geschützt werden. Dafür brauche es mehrere Maßnahmen, betonte der Klimaschutzbeauftragte im Hausärzteverband Nordrhein, Ralph Krolewski, am Mittwoch. Besonders Risikogruppen wie Kleinkinder und Senioren sowie chronisch Kranke, die Herzmittel, Medikamente gegen Bluthochdruck, Antidiabetika oder Schmerzmitteln nähmen, müssten unterstützt werden.

In Gesundheitseinrichtungen und Praxen sollten kühle Orte mit Temperaturüberwachung geschaffen werden, lautet die Empfehlung. Praxisteams müssten auf Risikoerkennung und Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Hitzekollaps vorbereitet sein, mahnte Krolewski laut Mitteilung. Patientinnen und Patienten sollten besser über die Risiken aufgeklärt werden.

Hitzebelastung sei nicht nur ein Problem von Flüssigkeitsmangel. Zum Basisschutz gehöre: Aufenthalt im Schatten, Vermeidung von Anstrengung, regelmäßiges halbstündliches Wasser-Trinken, Hautbefeuchtung und Kühlen durch Ventilator oder Fächeln.

Das NRW-Sozialministerium kündigte am Mittwoch an, gezielt obdach- und wohnungslosen Menschen in den Sommermonaten helfen zu wollen. «Nicht nur im Winter, sondern auch bei sommerlicher Hitze sind Menschen, die auf der Straße leben, besonders gefährdet», sagte Gesundheits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch. Mit rund 250 000 Euro sollen etwa Sonnensegel, Sommerschlafsäcke, Trinkflaschen und Sonnencreme für diese Menschen gekauft werden.

Vor den bevorstehenden Hitze-Tagen sorgt eine Kaltfront zum Wochenende für angenehme Temperaturen. Am Samstag werde es im Nordosten von NRW wolkiger, im Südwesten zeitweise heiter. Die Höchsttemperaturen lägen dann bei 22 bis 25 Grad.

Sorgen macht dem DWD aktuell die Trockenheit. Vor allem im Süden des Landes besteht eine örtlich hohe Waldbrandgefahr. «Es ist kaum noch was da zum Verdunsten», sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Die Schauer, die in den kommenden Tagen erwartet würden, seien vorwiegend lokal und reichten kaum aus, um die fehlende Bodenfeuchte in weiten Teilen Deutschlands wieder wett zu machen. «Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.» Vermutlich herrsche Anfang der kommenden Woche wieder die höchste Warnstufe von Waldbrandgefahr - insbesondere im Süden Deutschlands.

© dpa

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