Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

Watzke über Reform im Nachwuchsbereich: «Unfassbar»

Die Nachwuchsreform im Deutschen Fußball sorgt weiter für Diskussionen. Am Mittwochabend äußert Hans-Joachim Watzke Kritik. Der 64-Jährige ist DFB-Vizepräsident.
Hans-Joachim Watzke
Hans-Joachim Watzke. © Christian Charisius/dpa/Archivbild

DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hat die vom Deutschen Fußball-Bund geplanten Reformen im Nachwuchsbereich scharf kritisiert. «Unfassbar und für mich nicht nachvollziehbar», sagte der 64-Jährige, der in Personalunion auch Aufsichtsratschef der Deutschen Fußball Liga und Geschäftsführer von Borussia Dortmund ist, am Mittwochabend beim DUP Unternehmertag in Essen. Watzke kündigte eine Reform der Reform an: «Das haben wir gerade beschlossen.» Der neue DFB-Sportdirektor Hannes Wolf bestätigte das in dieser Form am Donnerstag nicht.

Der DFB hatte Wolf erst Ende August als neuen, für den Nachwuchs zuständigen Direktor vorgestellt. Der 42-Jährige hatte die Reform ausführlich erläutert und verteidigt. Zuletzt war die Umstrukturierung der Nachwuchs-Wettbewerbe und die Abschaffung der bisherigen A- und B-Junioren-Bundesligen beschlossen worden. Kernpunkt der Kritik ist immer wieder, dass es angeblich nicht mehr ums Gewinnen und Verlieren geht.

«In den neuen Spielformen im Kinder- und Jugendfußball wird Leistung gefordert und durch die unmittelbare Rückmeldung des Gewinnens und Verlierens gefördert», sagte Wolf am Donnerstag laut einer Pressemitteilung. «Die neuen Spielformate sind nicht starr, sondern wir haben in der Zukunft immer die Möglichkeit sie weiterzuentwickeln und an die Realitäten auf Deutschlands Plätzen und auf die besten Lernbedingungen anzupassen.»

Watzke hatte kritisiert: «Wenn du als Sechs-, Acht- oder Neunjähriger nie das Gefühl hast, was es ist, zu verlieren, dann wirst du auch nie die große Kraft finden, um auch mal zu gewinnen. Wenn wir Angst haben, dass ein Achtjähriger komplett aus dem Lebensgleichgewicht geworfen wird, weil er mal 5:0 mit seiner Mannschaft verliert, dann sagt das auch sehr viel über die deutsche Gesellschaft aus.»

Ab 2024 sollen neue Spielformen etabliert werden. Im Kern sehen diese in bestimmten Altersklassen kleinere Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern vor und lösen die bisherigen Wettbewerbsangebote als feste Formate ab. «Es gab ja auch die Diskussion, nicht mehr auf Tore zu spielen. Demnächst spielen wir dann noch ohne Ball», sagte Watzke. «Oder wir machen den eckig, damit er den etwas langsameren Jugendlichen nicht mehr wegläuft. Ich glaube, dass das grundsätzlich der falsche Ansatz ist.»

Watzke kritisierte, es gebe «im DFB und in der Gesamtgesellschaft viele Leute, die sagen: Wir müssen weniger Leistungsdruck und Stress am Arbeitsplatz und lieber ein bisschen mehr Home-Office haben. Wir müssen alle fröhlich und friedlich sein und uns alle gut vertragen und am Ende gucken, dass wir noch einen finden, der das Ganze bezahlt.» Das gelte auch schon im Nachwuchsfußball, meinte der Funktionär. «Das darfst du nicht unterschätzen. Und ich halte es für völlig falsch.»

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Iris Apfel
People news
«Greises Modesternchen»: Fashion-Ikone Iris Apfel gestorben
Tanzshow „Let's Dance“
Tv & kino
Für Comedienne Maria Clara Groppler hat es sich ausgetanzt
Berlinale 2024
Tv & kino
Chatrian verteidigt Filmschaffende
Elon Musk
Internet news & surftipps
Musk verklagt ChatGPT-Entwickler OpenAI
Apple Fahne
Internet news & surftipps
Apple will Risiken durch alternative App-Stores minimieren
Galaxy S25: Das soll Samsung planen
Handy ratgeber & tests
Galaxy S25: Das soll Samsung planen
Gelbe, Rote und Blaue Karte
Sport news
Reizthema Blaue Karte: Darum geht es beim Regel-Gipfel
Ratenkreditzinsen Zinssatz
Job & geld
Ratenkreditzinsen erstmals seit Monaten unter 7 Prozent