Verkaufsstart für 9-Euro-Tickets

20.05.2022 Die 9-Euro-Tickets sollen die Verbraucher entlasten und auch neue Kunden für Bus und Bahn bringen. Gerade auf Strecken zu touristischen Zielen könnte es voll werden. Die Fahrradmitnahme ist möglich - wenn Platz im Zug ist. Zumeist ist dafür ein Zusatzticket erforderlich.

Züge der Deutschen Bahn (DB) stehen am Hauptbahnhof Dresden auf einem Gleis. © Sebastian Kahnert/dpa

Das bundesweit geltende 9-Euro-Ticket für Fahrten im Nah- und Regionalverkehr ist beschlossene Sache. Der Bundesrat stimmte dem vom Bundestag beschlossenen Finanzierungsgesetz für die Sonderaktion am Freitag zu, die ab 1. Juni für drei Monate starten soll. Damit kann der breite Verkaufsstart wie geplant ab Montag erfolgen. Einzelne Verkehrsbetriebe wies bereits daraufhin, dass das Ticket zunächst allerdings nur online zu bekommen sein wird und die Ausgabe der Tickets an den Automaten noch etwas dauert. Das Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen nennt dazu die Details:

Wo gibt es das 9-Euro-Monatsticket?

Der Online-Kauf ist über die Apps der Verkehrsunternehmen, der Verkehrsverbünde und auch über «mobil.nrw-App» möglich, wie das Verkehrsministerium auflistete. Daneben ist auch der Verkauf in Kundenzentren, an Fahrkartenautomaten und in Bussen geplant. So erklärten die Kölner Verkehrs-Betriebe, dass das 9-Euro-Ticket ab Montag in der KVB-App, in Kundencentern und Verkaufsstellen erhältlich sei. An KVB-Ticketautomaten sei es ab 1. Juni verfügbar. Die Wuppertaler Stadtwerke, die den Online-Verkauf der 9-Euro-Tickets frühzeitig am Mittwochmorgen über ihre WSW TicketApp starteten, haben bis Freitag um 13 Uhr bereits 4200 dieser Sondertickets abgesetzt.

Profitieren auch die Stammkunden davon?

Abokarten werden laut Ministerium direkt zum 9-Euro-Ticket. Das Ticketabo für die 2. Klasse in NRW koste im Juni, Juli und August 2022 dann auch nur neun Euro pro Monat. Die monatlichen Abbuchungen durch die Verkehrsunternehmen würden automatisch umgestellt oder die Differenz erstattet. Jobtickets, Sozialtickets im Abo, Schülertickets, Semestertickets und Azubitickets würden im Juni, Juli und August auch zum 9-Euro-Ticket. Das «NRWupgradeAzubi» (regionales Azubitickets auf ganz NRW erweitert) sei in der Zeit kostenfrei.

Ist mein Fahrrad im 9-Euro-Ticket inklusive?

Fahrräder können den Angaben des Landes zufolge generell nur mit einem zusätzlichen Fahrrad-​Ticket mitgenommen werden. Einen Anspruch dafür gebe es aber auch mit einem Zusatzticket nicht. Es müsse auch Platz für das Rad sein. Kinderwagen und Rollstühle hätten Vorrang. Bei Abotickets, die die Mitnahme eines Fahrrads erlauben, gelte das weiterhin in dem festgelegten Bereich und nicht auch bundesweit. Denn über den regulären Geltungsbereich hinaus sei jedes Aboticket ein persönlicher Fahrschein der 2. Klasse ohne weitere Zusatznutzen.

Welche Verkehrsmittel können genutzt werden?

Das 9-Monats-Ticket gelte für alle kommunalen Nahverkehrsmittel wie Linienbusse, Straßenbahnen und U-Bahnen sowie für den Nahverkehr auf der Schiene mit S-Bahnen, Regionalbahnen und Regionalexpresszüge in der 2. Klasse. Es gelte also nicht für die 1. Klasse und nicht für die Fernzüge der Deutschen Bahn. Das 9-Euro-Ticket schließe allerdings die sogenannte Mobilitätsgarantie NRW mit ein. Wenn sich Busse oder Bahnen in NRW um 20 Minuten oder mehr verspäteten oder ganz ausfielen, könnten Fahrgäste alternativ auf den Fernverkehr, ein Taxi oder Sharing-Systeme umsteigen und sich die Kosten dafür vom Verkehrsunternehmen erstatten lassen (www.mobil.nrw/mobigarantie).

Wird das 9-Euro-Ticket auch im Ausland anerkannt?

Das 9-Euro-Ticket kann laut Ministerium in der Regel nicht für Reisen in die europäischen Nachbarländer Belgien und die Niederlande genutzt werden. Dafür müsste ein entsprechendes Ticket aus dem jeweiligen Nahverkehrs- oder aus dem «NRW-Tarif» gelöst werden. Eine regionale Ausnahme gebe es beim Aachener Verkehrsverbund. Dort sei die Nutzung auch auf Linien der ASEAG in Kelmis, Vaals und Kerkarde gestattet. Es gebe auch die Möglichkeit, mit dem 9-Euro-Ticket die Linie SB 3 nach Sittard und die MultiBus-Linien in die Niederlande zu nutzen.

© dpa

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