Bewegung im Streit um Transitverkehr nach Brückendesaster

Ein Jahr nach der folgenschweren Sperrung der A45-Brücke Rahmede zeichnet sich im Streit um ein Durchfahrtsverbot für Lkw in Lüdenscheid Bewegung ab. Die Verkehrsministerien von Bund und Land NRW hätten ihre bisherige Auffassung, dass ein solches Durchfahrtsverbot nicht möglich sei, vor wenigen Tagen geändert, sagte ein Sprecher des Lüdenscheider Brückenbauer-Büros auf dpa-Anfrage am Montag. Bei Bund und Land werde nun die Auffassung vertreten, dass ein Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr machbar sei und von der Kommune angeordnet werden müsse.
Baumaschinen bereiten den Untergrund unter der baufälligen Talbrücke Rahmede für die Sprengung vor. © Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Für den geplanten Neubau der Talbrücke an der zentralen Autobahn 45 (Frankfurt-Dortmund) hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) den Lüdenscheider Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (SPD) als Bürgerbeauftragten eingesetzt, der das Brückenbauer-Büro unterhält. Auch Wagemeyer sei zu Gesprächen mit Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Montag eingeladen, sagte Wagemeyers Sprecher vom Bürgerbüro. Die Stadt im Märkischen Kreis mit mehr als 70.000 Einwohnern klammere sich nach einem Jahr extremer Belastungen an «jeden Strohhalm».

Es gehe nun darum, wie man ein Durchfahrtverbot vor Ort umsetze, nachdem Bund und Land dieses also jüngst als machbar eingestuft hätten, erläuterte Mario Bredow. Ein Konzept der Stadt dazu sei vor wenigen Tagen vom Märkischen Kreis in einer Schaltkonferenz mit allem beteiligten Akteuren zunächst abgelehnt worden. In einer weiteren Runde sei dann doch eine Prüfung der Planungen zugesagt worden.

Wüst hatte vor einigen Tagen eine Entlastung für Lüdenscheid in Aussicht gestellt. «Bund und Land haben es gemeinsam möglich gemacht, dass ein Durchfahrtsverbot für Lkw möglich ist», hatte er dem «Westfälischen Anzeiger» gesagt. Laut Regierungschef könnten die örtlichen Behörden nun die entsprechende Anordnung treffen. Der Neubau der Brücke als Teil der Sauerlandlinie wird von der Autobahn GmbH des Bundes umgesetzt. Das Land könne helfen, «mit den Folgen der Sperrung umzugehen», hatte Wüst gesagt.

Auf der A45 weisen Schilder auf weiträumige Umleitungen über andere Autobahnen hin. Dennoch fahren nach Angaben des Brückenbauer-Büros seit der Sperrung täglich rund 20.000 zusätzliche Fahrzeuge durch Lüdenscheid, darunter rund 6000 Lastwagen - zum Teil reiner Transitverkehr.

© dpa
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