Autobahn GmbH: Rahmede-Talbrücke wird erst 2023 gesprengt

Was viele schon länger ahnten, steht nun fest. Der angestrebte Dezember-Termin für eine Sprengung der nun schon überregional berühmten Rahmedetalbrücke ist geplatzt. An der A45 in Lüdenscheid soll es damit erst 2023 so weit sein.
Die marode Talbrücke Rahmede der Autobahn 45 bei Lüdenscheid. © Dieter Menne/dpa

Die ursprünglich für diesen Dezember zugesagte Sprengung der Talbrücke Rahmede an der zentralen A45 in Lüdenscheid wird definitiv auf 2023 verschoben. «Dieses Jahr wird es nichts mehr», sagte ein Sprecher der Westfalen-Niederlassung der Autobahn GmbH am Freitag auf dpa-Anfrage. Hintergrund seien Verzögerungen beim Ausschreibungsverfahren für die Sprengung. Zudem hätten sich die Grunderwerbsverhandlungen mit Eigentümern und Unternehmen im direkten Umfeld der maroden Brücke als komplex und schwierig erwiesen. Sie seien nun aber kurz vor dem Abschluss.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte eine Sprengung der Brücke noch 2022 versprochen. Als Datum war der 18. Dezember genannt worden. Es hatte aber in den vergangenen Wochen zunehmend Zweifel gegeben, ob dieser Termin zu halten ist. Die Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes, Elfriede Sauerwein-Braksiek, hatte Ende Oktober von «Sorgfalt vor Schnelligkeit» gesprochen und einen Zeitplan binnen zwei Wochen angekündigt. Dieser wird nun für die nächsten Tage erwartet.

Die Brücke bei Lüdenscheid an der wichtigen Autobahn ist seit Dezember 2021 voll gesperrt, die deutschlandweit bedeutende Nord-Süd-Achse unterbrochen. Der Umleitungsverkehr belastet vor allem Bürger und Wirtschaft in der Region erheblich. Bund und Land NRW hatten mehrfach versichert, man wolle einen Neubau schnellstmöglich realisieren.

Der Auftrag zum Sprengabbruch des Bauwerks war Anfang Oktober dem Unternehmen Heitkamp Umwelttechnik GmbH zugesprochen worden. Die Pfeiler sollen bei der Sprengung zur Seite wegknicken, die Brücke horizontal herunterfallen. Dafür sind erhebliche Erdarbeiten notwendig, 85 000 Kubikmeter Boden müssen früheren Angaben zufolge bewegt werden, der Abtransport von 150 000 Tonnen Material muss geplant werden.

Ein Sprecher des Bürgerbeauftragten für den Brückenbau - Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (SPD) - sagte, am kommenden Dienstag solle es turnusgemäß ein Spitzentreffen mit Vertretern von Verbänden, Gewerkschaften und der Politik geben. Zudem werde der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Oliver Luksic, mit Bundestagsabgeordneten an der Baustelle erwartet.

Der Umweltschutzverband BUND forderte erneut ein Umdenken bei dem XL-Projekt und kritisierte Planungsdefizite. Ein angestrebter Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren sei angesichts erwartbarer schädlicher Umweltauswirkungen «nicht vermittelbar».

© dpa
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