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Verfahrensstart für zweiten Nationalpark in NRW

Wo ein zweiter Nationalpark in NRW entstehen soll, ist offen. Kreise oder etwa Verbände können jetzt Interesse bekunden. Die Regierung wirbt mit Artenschutz und Tourismuseffekten. Das Projekt der schwarz-grünen Koalition wirft aber auch viele Fragen auf.
Silke Gorißen
Silke Gorißen (CDU), Landwirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen. © Rolf Vennenbernd/dpa

Die Landesregierung hat ein ergebnisoffenes Verfahren für einen zweiten Nationalpark in Nordrhein-Westfalen gestartet. Bei diesem Prozess werde auf den Dialog vor Ort gesetzt, teilte die Landesregierung am Mittwoch zum Verfahrensstart mit.

Ziele: Der zweite Nationalpark soll mit der entstehenden Wildnis dem Schutz der Arten- und Biotopvielfalt dienen. Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) betont, der anhaltende Artenverlust sei neben der Klimakrise die zweite große ökologische Bedrohung. Die Natur sein lassen ist das Motto in den Großschutzgebieten, wie der stellvertretende Amtsleiter des Nationalparks Eifel, Michael Lammertz, erklärt. Sie soll sich frei und ungestört entwickeln.

Im Nationalpark Eifel sind nach Angaben der Verwaltung bereits mehr als 11.200 Arten nachgewiesen. Davon stünden rund 2600 als bedrohte Arten auf Roten Listen. Die Landesregierung wirbt aber auch mit Beschäftigungschancen für den ländlichen Raum insbesondere durch einen sanften Naturtourismus. Der knapp 20 Jahre alte Nationalpark Eifel wird auch in diesem Punkt als Vorbild genannt. Im vergangenen Jahr ist demnach zum dritten Mal in Folge die Marke von einer Million registrierten Besuchern im Nationalpark Eifel überschritten worden.

Sorgen: Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) weist darauf hin, dass sie in den ländlichen Regionen auch viel Skepsis, viele Sorgen und Fragen zum Verfahren zweiter Nationalpark wahrnehme. Land- und Forstwirte sorgten sich, dass sie als unmittelbare Nachbarn Einschränkungen bei der Bewirtschaftung hinnehmen müssten. Auch ein Schutz vor einem möglichen Schädlingsbefall aus dem Nationalpark sei ein Thema. Betriebe der Holz- und Sägewerkindustrie hätten die Sorge eines Holzmangels. Aber auch Menschen in der Region hätten viele Fragen etwa zum Freizeit- und Erholungsraum Wald, ob er als Teil des Nationalparks zum Reiten oder Radfahren weiter genutzt werden könne.

Verfahren: In einem ersten Schritt können Kreise und Kommunen, aber auch etwa Vereine und Verbände unverbindlich ein Interesse an einem neuen Nationalpark bekunden. Dafür ist knapp ein halbes Jahr bis Ende März vorgesehen. Die Landesregierung will sich so einen Überblick über potenzielle Bewerber verschaffen. In einem zweiten Schritt ist anschließend ein Antragsverfahren geplant, der Kreisen und Regionen unabhängig von einer vorherigen Interessensbekundung offenstehen soll. An dessen Ende steht die Entscheidung. Einen Termin dafür nennt die Landesregierung allerdings nicht. In einem dritten Schritt ist dann schließlich das formale Ausweisungsverfahren vorgesehen.

Der Umweltminister zeigte sich beim Verfahrensstart optimistisch, dass es eine oder mehrere Bewerbungen von Kreisen für einen neuen Nationalpark geben wird. Es gebe keine Vorfestlegung auf eine bestimmte Region und es werde auch nichts übergestülpt. Die Landwirtschaftsministerin betonte, nur mit einer breiten Akzeptanz in der Region könne ein zweiter Nationalpark gelingen. «Und daher ist für mich jedenfalls klar, dass am Ende des Findungsprozesses auch eine deutliche Mehrheit der Kommunalparlamente stehen muss.» Die Landesregierung kündigte an, im Internet fortlaufend berichten zu wollen und Fördergelder für den Dialog vor Ort bereitzustellen.

Reaktion: Umweltverbände hoffen auf eine breite Beteiligung im Land. Der Naturschutzbund Deutschland NRW (Nabu) sieht dafür Bürgerentscheide als eine Möglichkeit. Auch die Sorgen der Naturschützer müssten gehört werden, sagte Nabu-Landesvorsitzende Heide Naderer. Die Eignung einer Region, die sich aus dem Gesetz ergebe, sollte letztlich die wesentliche Rolle spielen, sagte der Landesvorsitzende des BUND, Holger Sticht. Beide Verbände hatten sich mit der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) bereits für das Eggegebirge ausgesprochen. Aus ihrer Sicht kommen aber auch andere Gebiete infrage. Wichtig sei ein Netz aus Wildnisgebieten.

Rücksicht: Unter diesem Stichwort hat der Nationalpark Eifel einige besondere Regeln für einen Besuch aufgelistet. Wanderer sollen auf den markierten Wegen bleiben und dürfen nichts anderes sammeln als die Eindrücke in der Natur. Rauchen, Feuermachen und Lärm sollen unterbleiben. Radfahrer werden aufgefordert, nur ausgewiesene Wege zu nutzen. Hunde sollen an der Leine bleiben.

© dpa
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