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Tel rettet FC Bayern vor Rückschlag in Gladbach

Einen Tag nach dem enttäuschenden Ende der Transferfrist gelingt dem FC Bayern ein mühsamer Sieg bei Angstgegner Borussia Mönchengladbach. Ein Joker ist der Retter.
Borussia Mönchengladbach - Bayern München
Bayerns Spieler bejubeln das Tor zum 1:2. © Federico Gambarini/dpa

Mit Mühe und Not hat der FC Bayern München einen erneuten Rückschlag bei Angstgegner Borussia Mönchengladbach noch abgewendet. Durch einen späten Treffer von Mathys Tel (87. Minute) holte der Fußball-Rekordmeister am Samstagabend beim 2:1 (0:1) im Bundesliga-Klassiker den dritten Sieg im dritten Spiel. Dies gelang durch einen Kraftakt in der zweiten Halbzeit gegen leidenschaftlich kämpfende Borussen, die durch Ko Itakura (30. Minute) in Führung gegangen waren. Leroy Sané (58.) und der eingewechselte Tel drehten nach der Pause das Spiel und machten den ersten Bayern-Sieg seit über vier Jahren im Borussia-Park perfekt.

«In der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen umgestellt und dann hatten wir den Fuß aufs Gaspedal und haben auch völlig verdient gewonnen», sagte Thomas Müller nach seiner Startelf-Premiere in dieser Saison beim Pay-TV-Sender Sky: «Heute ist ein Lächeln auf meinem Gesicht. Ich fand auch, dass es Spaß gemacht hat.»

Dass München aber zunächst erneut Probleme am Niederrhein bekommen würde, war angesichts der personellen Entwicklungen beider Teams nicht erwartet worden. Dort, wo die Borussia gegen die Bayern in den vergangenen Jahren oft wie entfesselt aufgespielt hatte, stand Gladbach diesmal früh unter Druck. Nach den Abgängen der langjährigen Leistungsträger Lars Stindl, Jonas Hofmann, Ramy Bensebaini und Marcus Thuram ist der spielerische Qualitätsverlust unübersehbar.

Doch anders als beim 0:3 in der Vorwoche gegen Leverkusen sah Borussen-Coach Gerardo Seoane diesmal eine leidenschaftlich verteidigende und kämpfende Gladbacher Mannschaft, an der sich die Bayern lange die Zähne ausbissen. Mega-Star Harry Kane blieb größtenteils wirkungslos, und auch die in dieser Saison erstmalige Startelf-Nominierung von Weltmeister Müller hatte kaum einen Effekt. In der 69. Minute wurde der 33-Jährige ausgewechselt. Zu ideenlos und harmlos blieb die Offensive am Samstag. Dabei war nach dem Ende der Transferfrist eher die Defensive als Schwachpunkt der Bayern ausgemacht worden.

Thomas Tuchel äußerte sich vor dem Spiel bei Sky noch als «sehr traurig» darüber, dass die geplante Verpflichtung des defensiven Mittelfeldspielers João Palhinha vom FC Fulham gescheitert war. «Er ist dünner als vorher. Es ist ein bisschen dünn, ein bisschen wenig», urteilte der Trainer allgemein über den Kader der Bayern, die zudem fünf Abwehrspieler abgegeben, aber nur drei verpflichtet hatten.

Das Problem am Samstag war indes eher die fehlende Durchschlagskraft im Angriff. Die leidenschaftlichen Borussen waren nur bei Standards gefährlich. Marvin Friedrich setzte einen Kopfball nach einem Freistoß noch an die Latte (25.). Fünf Minuten später brachte Itakura die Borussia nach einer Ecke ebenfalls per Kopf in Führung. Die Furcht der Bayern vor ihrem Angstgegner war danach spürbar.

Erst in der 39. Minute hatten die Bayern bei einem Lattenschuss von Sané ihre erste echte Torchance. Der Nationalspieler war es auch, der nach der Pause den Ausgleich für die Bayern erzielte und Gladbachs Ersatzkeeper Moritz Nicolas erstmals überwand. Der 25-Jährige kam zu seinem erst zweiten Bundesligaeinsatz, da Stammkeeper und Kapitän Jonas Omlin derzeit mit einer Schulterverletzung ausfällt.

Immer wieder stand Nicolas im zweiten Durchgang gegen wütend anrennende Bayern im Mittelpunkt und parierte teilweise bravourös. Dass Bayerns Siegtreffer nach einer Ecke fiel, war bezeichnend.

© dpa ⁄ Carsten Lappe, dpa
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