Tarifverhandlungen für Metall- und Elektrobranche gestartet

Die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektrobranche haben jetzt auch in NRW begonnen. Zu Beginn erläuterten die Tarifparteien ihre Positionen - und vereinbarten ein zweites Treffen am 30. September.
IG Metall-Fahnen werden geschwungen. © Annette Riedl/dpa/Archivbild

Die IG Metall und die Arbeitgeber haben am Freitag in Gelsenkirchen mit ihren Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen begonnen. Die Gewerkschaft sprach anschließend von einem «enttäuschenden Verhandlungsauftakt». Die Arbeitgeber meinten, die Acht-Prozent-Forderung der IG Metall wirke «wie aus der Zeit gefallen». In der Branche sind in NRW rund 700.000 Menschen beschäftigt. Die Gewerkschaft fordert acht Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Eine zweite Verhandlungsrunde wurde für den 30. September in Neuss vereinbart. Bis zu diesem Tag läuft der Tarifvertrag. «Ab dem 29. Oktober sind Warnstreiks möglich», teilte die IG Metall mit.

«Viele Menschen blicken mit großen Ängsten und Sorgen in die Zukunft», erklärte IG-Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler. «Sie fordern soziale Sicherheit - und das heißt jetzt vor allem mehr Geld.» Neben der Politik hätten auch die Sozialpartner ihren Beitrag zu leisten, dass die gesellschaftliche Spaltung nicht weiter zunehme. «Dass die Arbeitgeber dies heute ignoriert haben, enttäuscht und ist nicht förderlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.»

Die Industrie befinde sich inmitten einer dramatischen Energiekrise, betonte hingegen der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie, Arndt Kirchhoff, der Verhandlungsführer der Arbeitgeber ist. Außerdem bereite den Unternehmen die Versorgungssicherheit bei Strom und Gas in den beiden kommenden Wintern erhebliche Sorgen. Die Tarifrunde finde in einem noch schwierigeren Umfeld statt als während der Pandemie. «Vor diesem Hintergrund wirkt die Acht-Prozent-Forderung der IG Metall wie aus der Zeit gefallen.» Er verstehe die Sorgen der Beschäftigten, erwarte aber, dass die IG Metall auch die Ausnahmesituation in den Betrieben zur Kenntnis nehme.

© dpa
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