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Talentscout-Programm wird ausgebaut: Zehn Millionen jährlich

Sie haben bereits 40.000 Schüler beraten: Die Talentscouts, die Schüler aus bildungsfernen Familien fördern. Das Programm, seit 2014 vom Land gefördert, gilt als Erfolgsmodell und wird nun ausgeweitet.
Schülerinnen
Schülerinnen nehmen am Unterricht teil. © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Das NRW-Talentscout-Programm für begabte Schüler aus bildungsfernen Familien wird ausgebaut. Statt 7,8 Millionen Euro stünden künftig zehn Millionen Euro jährlich zur Verfügung, sagte NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) am Montag. Das Programm soll Schüler aus sozial schwachen und bildungsfernen Haushalten ermutigen und unterstützen bei der Wahl eines Studiums.

Bislang hätten die 70 hauptberuflichen Talentscouts 40.000 Schüler begleitet, berichtete Hilke Birnstiel, die das Programm leitet. 17 Hochschulen kooperieren bislang mit 400 Schulen vor allem aus sozial schwachen Gebieten wie dem nördlichen Ruhrgebiet. Künftig sollen es 100 Scouts, 23 Hochschulen und 550 Schulen sein.

«Es ist das größte Programm für mehr Chancengerechtigkeit», sagte Birnstiel.» Bislang präge noch zu oft der familiäre Hintergrund den Bildungsweg. Um dies aufzubrechen, begleiten die Scouts ihre Talente, um sie zu ermutigen und ein für sie passendes Studienfach zu finden.

Das Programm fördere 75 Prozent Kinder aus Nicht-Akademiker-Familien und 50 Prozent mit Migrationshintergrund. Es verringere die Chancenungleichheit beim Hochschulzugang wissenschaftlich belegt um gut 70 Prozent.

Zudem verringere sich der geschlechterspezifische Effekt der Studienwahl: Jungen studieren eher Studienfächer wie Lehramt und Mädchen nehmen eher ein naturwissenschaftlich-technisches Studium auf. «Eine gute Ausbildung darf keine Frage des Wohnortes und der Herkunft sein», sagte Brandes.

Seit 2021 hat das Talentscouting ein eigenes Vorschlagsrecht bei den Studienstiftungen. Dadurch habe sich die Zahl der von den NRW-Schulen vorgeschlagenen Talente um 45 Prozent erhöht.

Berzan Gök (19) aus Herne berichtete am Montag, er sei der erste in seiner Familie, der studiert. Seine Mutter habe keine Schule besucht, sein Vater bis zur fünften Klasse. Mit einer Abiturnote von 1,3 studiere er nun Jura in Bochum. Durch ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung habe er von zuhause, wo er kein eigenes Zimmer hatte, ausziehen können, was die Lernbedingungen deutlich verbessert habe.

Das 2012 in Gelsenkirchen gestartete Programm wird seit 2014 vom Land gefördert - und war in der rot-grünen Regierungsära etabliert worden. Damals galt: Rund 77 Prozent aller Kinder aus Akademiker-Familien studieren, aber nur 23 Prozent aus Nichtakademiker-Familien.

Das NRW-Zentrum für Talentförderung sitzt in Gelsenkirchen. «Davon profitieren sowohl die Jugendlichen als auch der Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen, der so dringend qualifizierte Fachkräfte braucht», sagte Brandes.

Die Talentscouts sind auf der Suche nach außergewöhnlichen Leistungen. Dazu können aber auch durchschnittliche Noten gehören, wenn sie unter erschwerten Bedingungen erbracht wurden. Auch außerschulisches Engagement wird berücksichtigt. Die jungen Talente werden dann teils über mehrere Jahre begleitet und beraten, um den passenden nächsten Schritt auf dem Ausbildungsweg zu finden.

© dpa
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