Einsamkeit in NRW wächst: SPD fordert mehr als «warme Worte»

Einsamkeit betrifft immer mehr Menschen aller Altersgruppen in NRW, wird aber von der Landesregierung aus Sicht der SPD kaum in den Blick genommen. «Warme Worte» und die jüngsten weihnachtlichen Appelle, einsamen Menschen Kekse vor die Tür zu stellen, reichten ebenso wenig aus wie «symbolträchtige Bilder» von Regierungsmitgliedern, sagte die stellvertretende SPD-Landtagsfraktionschefin, Lisa-Kristin Kapteinat, am Donnerstag in Düsseldorf. Um sozialer Isolation und Einsamkeit entgegenzuwirken, müssten nachhaltige Strukturen aufgebaut werden. Es brauche aufsuchende Hilfen und niederschwellige Angebote wie Treffpunkte zur Interaktion oder einfach zum Plaudern.
Lisa-Kristin Kapteinat (SPD) spricht im Plenum des Landtags. © Rolf Vennenbernd/dpa

Das Land müsse viel mehr tun, dafür Geld in die Hand nehmen und auch die Kommunen mit entsprechenden Mitteln ausstatten, forderte die Oppositionsfraktion. Kapteinat mahnte zudem den Posten eines Einsamkeitsbeauftragten an. Neben älteren Menschen sei Einsamkeit auch unter Jüngeren und Schülerinnen und Schülern extrem gestiegen.

Soziale Isolation habe auch mit Einkommensarmut zu tun, da fehlende finanzielle Mittel Teilhabe oft verhinderten. Alleinerziehende und pflegende Angehörige hätten wegen ihrer enormen persönlichen Belastungen vielfach keine Möglichkeit, soziale Kontakte zu unterhalten. Zu den stark Betroffenen gehörten zudem häufig Personen, die nach NRW eingewandert seien. Insgesamt gehe man davon aus, dass etwa 14,5 Prozent der NRW-Bevölkerung betroffen seien.

Von 65 Handlungsempfehlungen gegen Einsamkeit, die eine Landtagskommission vor knapp einem Jahr vorgeschlagen habe, sei nur eine einzige von der schwarz-grünen Regierung umgesetzt worden, sagte Kapteinat mit Blick auf eine Stabsstelle gegen Einsamkeit, die die Staatskanzlei kürzlich eingerichtet hatte.

In einer Großen Anfrage will die SPD von der Regierung nun unter anderem genau wissen, wie der aktuelle Stand bei der Prävention von Einsamkeit ist. Und was Schwarz-Grün etwa zugunsten einsamer Kinder und Jugendliche, betroffener Frauen, Senioren oder Menschen mit Migrationsgeschichte plant. Um die gut 120 Fragen zu beantworten, hat die Regierung drei Monate Zeit.

© dpa
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