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Sieg mit «Spaß» im Derby: Leverkusen Erster, Köln Letzter

Knapp eine Viertelstunde wehrte sich der 1. FC Köln im rheinischen Derby gut. Dann kam Tabellenführer Bayer Leverkusen ins Rollen und schoss den Rivalen auf den letzten Platz.
Bayer Leverkusen - 1. FC Köln
Kölns Timo Hübers (r) und Leverkusens Victor Boniface kämpfen um den Ball. © Marius Becker/dpa

Xabi Alonso schoss hochzufrieden und in technischer Perfektion den Ball über das Spielfeld, Kollege Steffen Baumgart nahm den Schlusspfiff und das Ende der Leverkusener Lehrstunde fast regungslos hin. Die Bayer-Elf geht als Bundesliga-Spitzenreiter in die Länderspielpause, der 1. FC Köln als Letzter. Beim 3:0 (2:0) vor heimischer Kulisse zeigte die Werksmannschaft am Sonntag teilweise wieder berauschenden Fußball und feierte den sechsten Sieg im siebten Liga-Spiel.

Der Lohn: Bayer zog am VfB Stuttgart wieder vorbei auf Platz eins. «Es ist nicht nur schöner Fußball», sagte Granit Xhaka beim Streamingdienst DAZN: «Wir wissen genau, welche Aufgaben wir zu erledigen haben.» Da sehe alles schön aus, betonte Xhaka und sprach von einem hochverdienten Sieg. «Es macht Spaß, mit dieser Mannschaft spielen zu dürfen.»

Die Kölner rutschten mit nur einem Punkt nach diesem Spieltag erstmals auf den letzten Platz, weil Mainz beim 2:2 am Freitag in Gladbach gepunktet hatte. Die Gladbacher sind im ohnehin noch emotionaleren Derby für die Kölner am 22. Oktober der erste Gegner nach der Pause. «Wir haben gegen einen sehr guten Gegner gespielt», konstatierte Kölns Kapitän Florian Kainz: «Sehr enttäuschend, sehr viel investiert, und doch eine deutliche Niederlage.» Natürlich sei die Situation schwer. «Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen.»

Der Ex-Gladbacher Jonas Hofmann brachte Leverkusen in Führung (22. Minute). Jeremie Frimpong legte am Ende einer für ihn perfekten Woche mit Vertragsverlängerung, Nationalmannschafts-Nominierung in den Niederlanden und Europacup-Tor nach (32.). Victor Boniface sorgte mit seinem siebten Saisontor (67.) für den Endstand. Der Sieg hätte aber auch noch höher ausfallen können.

Alonso ließ zum sechsten Mal im siebten Liga-Spiel dieselbe Startelf ran. Damit saß der erstmals zur Nationalmannschaft reisende Robert Andrich zunächst wieder auf der Bank.

Die Vorzeichen vor dem Anpfiff waren ansonsten klar: Leverkusen war ungeschlagen, hatte den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte hingelegt und stellte die beste Offensive der Liga. Die Kölner waren sieglos, hatten den geteilt schlechtesten Saisonstart hingelegt und stellten die schwächste Offensive.

Doch Baumgart hatte «Vollgas» versprochen und auch taktisch mit einem Sechser und einer Doppelspitze dieses Zeichen gesetzt. Der FC war zunächst gut im Spiel und mutig. Bayer war aber schon da immer gefährlich. Nach 39 Sekunden hatte der bei Köln ausgebildete Florian Wirtz die erste Chance, Marvin Schwäbe hielt dessen 18-Meter-Schuss.

Gegen Victor Boniface (13.) und erneut Wirtz (18.) brauchte Schwäbe Glanzparaden, um das 0:1 zu verhindern. Die Gastgeber bekamen mehr und mehr Kontrolle und wurden gefährlicher. In der 22. Minute war es passiert, als Hofmann einen überragenden Spielzug über Boniface und Victor Grimaldo nach Hacken-Ablage von Wirtz vollendete. Die Kölner wollten vorher ein Handspiel von Boniface gesehen haben, Baumgart beschwerte sich so heftig, dass er die Gelbe Karte sah. Kollege Alonso bekam sie später auch noch.

Nun sanken bei Köln die Köpfe, Leverkusen bekam dagegen Sicherheit und berauschte sich selbst am Kombinationsspiel. Nach Hereingabe des extrem starken Grimaldo gelang Frimpong am langen Pfosten das 2:0. Einen Kunstschuss von Grimaldo hielt Schwäbe wieder stark (35.). Der FC hatte seine größten Chancen in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit: Jonathan Tah fälschte einen Schuss von Davie Selke, der beim 2:1 im Mai beide Kölner Treffer erzielte, erfolgreich ab. Nach der folgenden Ecke scheiterte Martel per Kopf und Fuß an Leverkusens Keeper Lukas Hradecky. Nach der Pause verhinderte Schwäbe gegen Frimpong zunächst stark das 0:3 (54.). Boniface gelang es auf Ablage von Hofmann aber doch noch.

© dpa ⁄ Holger Schmidt, dpa
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