Internationale Jagd-Messe startet

Die europaweit größte Jagdmesse wird 40 Jahre alt. In Dortmund soll bei der sechstägigen «Jagd + Hund» ein besonders breites Programm locken. Und ungewöhnliche Rufe werden in den Hallen erschallen.
Ein Labrador apportiert einen Hut. © Bernd Thissen/dpa/Symbolbild

Vorführungen mit Hunden und Greifvögeln und die inzwischen schon fast legendären Meisterschaften im Hirschrufen: Zur 40. internationalen Publikumsmesse «Jagd + Hund», die am Dienstag in Dortmund begonnen hat, erwartet die Besucher ein breites Jubiläumsangebot, wie Messe und Landesjagdverband NRW betonten. Rund 400 Aussteller aus 31 Ländern zeigen Jagdmode und Tarnkleidung, Ausrüstung wie Nachtsichtgeräte, Jagd- und Sportwaffen oder auch Geländewagen und Hochsitze.

Bei der nach Veranstalterangaben europaweit größten Jagdmesse stehe der Schutz heimischer Wildtiere im Fokus. Rehe, Hasen oder auch Wiesenbrüter legten ihre Jungen und Gelege oft in schützendem hohen Gras ab, hieß es vom Landesjagdverband. Jägerinnen und Jäger suchten Felder und Wiesen ab und retteten so Wildtiere vor dem Mähtod. Die Jagd sei in der Pandemie als systemrelevant eingestuft worden und spiele auch bei dem angesichts des Klimawandels erforderlichen Umbau des Waldes eine wichtige Rolle, schilderte Sprecher Andreas Schneider.

Nach Branchenangaben ist die Jagd weiblicher geworden. Bei der Deutschen Meisterschaft im Hirschrufen tritt am Freitag neben vielen Männern allerdings nur eine Frau an. Am Samstag (11. Juni) messen sich dann die besten Imitatoren Europas bei einer EM.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz bekenne sich grundsätzlich zur Jagd, wenn sie naturschutzkonform, tierschutzgerecht und nachhaltig sei, sagte ein Sprecher des BUND der dpa. Jagdgesetz und Jagdpraxis würden ihren vielfältigen Anforderungen derzeit aber «nicht ausreichend gerecht». Zugleich unterstrich der Sprecher: «Im Vergleich zur industriellen Massentierhaltung ist die Nutzung freilebender Tierarten wesentlich tierschutzgerechter und ökologisch verträglicher, weil bei jagdbaren Wildtieren in der Regel keine Medikamente zum Einsatz kommen und ihr natürliches Verhalten nicht eingeschränkt wird.»

Die Akzeptanz der Jagd sei in den letzten Jahren gewachsen - «trotz oder wegen der immer stärkeren Hinwendung zu bewusster, ökologischer und gesunder Ernährung insbesondere in jüngeren Generationen», erläuterte der Naturschutzbund Nabu. «Wildfleisch hat im Vergleich zur industriellen Fleischproduktion ein besseres Image, da es mit viel weniger Tierleid und Beeinträchtigungen der Umwelt einhergeht», sagte Nabu-Experte Sven Selbert. Als jagdbare Arten stufe der Nabu Reh, Rothirsch, Damhirsch, Sika, Mufflon, Gämse, Wildschwein, Wildkaninchen, Feldhase, Fuchs, Fasan und Stockente ein.

© dpa
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