Mit Hochzeitskorso A3 blockiert: Sieben Männer vor Gericht

Die Aktion gilt als die «Mutter aller Hochzeitskorsos»: Jetzt kommen sieben Männer vor Gericht. Die Blockade der A3 bei Düsseldorf ist mehr als drei Jahre her. Beweise fanden die Ermittler massenhaft auf den Handys der Angeklagten.
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Mehr mehr als drei Jahre nachdem eine Hochzeitsgesellschaft einen Teil der Autobahn A3 bei Ratingen spektakulär blockiert hat, steht der Termin für den Strafprozess fest. Ab dem 19. August stehen sieben Männer aus Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort vor dem Düsseldorfer Amtsgericht. Darunter auch der Bräutigam.

Die Ermittler hatten den Vorfall als die «Mutter aller Hochzeitskorsos» bezeichnet, weil die Aktion etliche Male nachgeahmt wurde. Den Angeklagten im Alter zwischen 28 und 39 Jahren wirft die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gemeinschaftliche Nötigung vor. Sie sollen als Hochzeitsgesellschaft am 22. März 2019 mit ihren Autos eine Fahrtrichtung der A3 bei Ratingen blockiert und in Richtung Köln einen Rückstau verursacht haben.

Laut Anklage hatten die Männer gegen 17 Uhr mit mehreren Wagen alle Fahrspuren samt Seitenstreifen blockiert und den nachfolgenden Verkehr komplett ausgebremst. Ein Wagen war quer zur Fahrbahn gestellt. Ein weiteres Auto ließ vor dem Wagen mit der Braut die Reifen qualmen.

Da einer der Beteiligten bei der Aktion mit einer Pistole in die Luft geschossen haben soll, ist der 34-Jährige auch wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt. Ein 28-Jähriger war ohne Führerschein unterwegs. Wie es aus Justizkreisen heißt, haben sich die Angeklagten bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Der Fall wird nicht vor dem Landgericht verhandelt. Der Umfang sei weit geringer als zunächst angenommen und die Beweislage unkompliziert, meinte das Landgericht und verwies den Fall an das Amtsgericht.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft stützt sich auf zahlreiche Zeugenaussagen sowie auf Fotos und Videos der Autobahn-Blockade, die die Angeklagten selbst gemacht haben. Die Polizei hatte zwei Monate nach der Aktion mit einem Spezialeinsatzkommando die Wohnungen der Verdächtigen durchsucht und dabei unter anderem Handys und Computer sichergestellt.

© dpa
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