Lange Haftstrafen für blutiges Komplott in Mönchengladbach

06.04.2022 Für ein heimtückisches Mord-Komplott in Mönchengladbach müssen zwei Männer und zwei Frauen ins Gefängnis. Das Opfer hatte die Tat nur knapp überlebt und leidet noch heute unter den Folgen.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. © David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Im Prozess um ein blutiges Mord-Komplott in Mönchengladbach hat das dortige Landgericht Haftstrafen zwischen vier und mehr als acht Jahren verhängt. Es sprach die Angeklagten wegen versuchten Mordes, besonders schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung oder Beihilfe dazu schuldig. «Hinterlistig und heimtückisch» nannte Richter Martin Alberring die Tat bei der Urteilsbegründung am Mittwoch.

Nach Überzeugung der Richter waren alle Angeklagten, zwei Frauen und zwei Männer, an dem Komplott beteiligt. Sie hatten Ende Juni 2021 einen inzwischen 40-jährigen Mann aus Neuss nach Mönchengladbach in einen Hinterhalt gelockt, lebensgefährlich verletzt und ausgeraubt.

Eine 24-Jährige hatte zugegeben, den Lockvogel gespielt zu haben. Ihr Freund, ein 33-jähriger Kampfsportler, hatte die brutale Attacke ausgeführt und später ein Geständnis abgelegt.

Die junge Frau und zweifache Mutter muss jetzt für vier Jahre in Haft, der Kampfsportler für acht Jahre und vier Monate. Er habe, so der Richter, «dem blutüberströmten Mann mit dem Baseballschläger noch ein Mal auf den Hinterkopf geschlagen und dabei dessen Tod billigend in Kauf genommen».

Nach Aussage des 33-Jährigen hatte ihn die Ex-Freundin des Opfers angeheuert, um sich für Demütigungen und Misshandlungen zu rächen. Die Idee dazu habe deren neuer Freund gehabt. 2500 Euro habe ihm das Paar gezahlt. Damit ist für die Richter neben der Heimtücke auch das Mordmerkmal der Habgier erfüllt.

Die als Anstifterin verurteilte 47-jährige Ex-Freundin des Opfers hatte bis zuletzt die Vorwürfe bestritten. Sie habe von all dem nichts gewusst. Das Gericht glaubte ihr nicht und verurteilte sie zu sieben Jahren Haft.

Der 40-jährige Freund der Frau soll dem Urteil zufolge für sechs Jahre ins Gefängnis. Er sei an den Planungen beteiligt gewesen und habe dem Schläger sein Auto für die Tat gegeben.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht nur knapp unter dem von der Staatsanwältin beantragten Strafmaß. Sie hatte Gefängnisstrafen zwischen viereienhalb und neun Jahren gefordert.

Das Opfer kann sich an die Tat selbst nicht erinnern. Der 40-Jährige war am frühen Morgen des 27. Juni 2021 blutüberströmt von mehreren Jugendlichen gefunden worden. Als Zeuge hatte der Getränkehändler ausgesagt, auch heute noch in ärztlicher Behandlung zu sein. Er leide unter Konzentrationsproblemen und Schwindelanfällen.

Der Kampfsportler hatte dem 40-Jährigen im Prozess 85.000 Euro Schmerzensgeld angeboten und ihm 10.000 Euro direkt per Scheck gezahlt. «Das hat ihnen vier Jahre Haft erspart», sagte Richter Alberring. Die Restsumme will der Mann in monatlichen Raten abstottern.

Mit einer Ausnahme hatten alle Verteidiger Bewährungsstrafen für ihre Mandanten gefordert. Nur der Verteidiger der mutmaßlichen Auftraggeberin hatte Freispruch für die 47-Jährige gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa

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