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Polizeischüsse auf 16-Jährigen: Mahnwache

Ein Jahr nach Polizeischüssen auf einen 16-Jährigen haben Menschen in Dortmund an den getöteten Jugendlichen erinnert. Am Dienstagnachmittag fand in der Nähe des damaligen Einsatzortes eine Mahnwache statt, zu der ein Solidaritätskreis aufgerufen hatte. Menschen legten Bilder und Blumen ab, wie ein dpa-Reporter berichtete. Darüber hinaus hatte das Bündnis zum Austausch eingeladen. An einem «offenen Mikrofon» sollten Erfahrungen und Gedanken geteilt werden, berichteten die Veranstalter. Für Samstag hat der Solidaritätskreis außerdem zu einer Demonstration in der Dortmunder Innenstadt aufgerufen.
Dortmund
Mit Kerzen und Blumen wird einem von der Polizei erschossenen Jugendlichen gedacht. © Gregor Bauernfeind/dpa/Archivbild

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) drückte den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen sein Mitgefühl aus. «Der 8. August 2022 hat Bestürzung ausgelöst. Er ist ein Tag des Schmerzes und der Wut für Familie und Freunde», teilte Westphal mit. «Gleichzeitig hat er eklatante Lücken unserer Hilfesysteme aufgezeigt und den Anstoß für wichtige und notwendige Veränderungen gegeben.»

So wurde etwa das verpflichtende jährliche Einsatztraining für Polizisten nach Angaben des Innenministers Herbert Reul (CDU) um zwei auf insgesamt sieben Tage ausgeweitet. Seit Ende April gilt bei der Polizei in NRW zudem eine Tragepflicht für Bodycams - ebenfalls eine Konsequenz aus den Schüssen auf den 16 Jahre alten Flüchtling. Eine Einschaltpflicht für die an der Uniform befestigten Kameras gibt es aber bisher nicht. Bei dem tödlichen Polizeieinsatz in Dortmund waren die Bodycams der beteiligten Beamten nicht eingeschaltet.

Die Dortmunder Polizei war am 8. August 2022 zu einer Jugendhilfeeinrichtung gerufen worden, wo der 16-Jährige zunächst gedroht haben soll, sich mit einem Messer zu töten. Er wurde von der Polizei erst mit Pfefferspray und zwei Tasern beschossen. Schließlich schoss ein Polizist mit einer Maschinenpistole, der Jugendliche starb im Krankenhaus.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Schützen Anklage wegen des Vorwurfs des Totschlags erhoben. Die vier anderen Polizisten müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung beziehungsweise Anstiftung dazu verantworten. Wann der Prozess beginnt, steht noch nicht fest.

© dpa
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