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Personalmangel an Schulen bleibt enormes Problem in NRW

Viele Schulleitungsposten sind in NRW weiter unbesetzt. Und auch beim Lehrkräftemangel sieht es beim Start ins neue Jahr mit Tausenden Lücken problematisch aus.
Mangel an Schulleitern und Stellvertretern
Ein Schild vor einer Schule weist auf einen Parkplatz für die Schulleitung hin. © Marius Becker/dpa

Unbesetzte Lehrerstellen und vakante Schulleitungsposten: Trotz aller Anstrengungen starten auch in Nordrhein-Westfalen viele Schulen mit erheblichen Personallücken ins neue Jahr 2024. Nach der aktuellen Zahl des Schulministeriums sind an knapp neun Prozent aller Schulen in NRW keine Schulleiterin oder Schulleiter tätig. Betroffen seien vor allem viele Grundschulen: Dort blieben zuletzt in 267 Fällen - unter landesweit 2719 Grundschulen - Leitungsstellen unbesetzt. Bei den Lehrkräften waren nach jüngsten Daten rund 7100 Stellen nicht besetzt. Der Personalmangel gilt bundesweit als eines der drängendsten Probleme des Bildungssystems.

Der Lehrkräftemangel führe zu einer besonders hohen Belastung der vorhandenen Lehrerinnen und Lehrer und zu ausfallendem Unterricht für die Schülerschaft, betonte die NRW-Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Ayla Çelik. Es brauche mutige und schnelle Veränderungen, um mehr Personal zu gewinnen. Mit Blick auf jüngste Vorschläge der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) an die Kultusministerkonferenz sprach sich Çelik für eine Abschaffung der Numerus Clausus als Zulassungsbeschränkung aus. Statt Interessierte aus dem Lehramtsstudium fernzuhalten, müsse das Land die Universitäten beim Ausbau von Studienplätzen unterstützen. Die SWK hatte unter mehreren Maßnahmen auch empfohlen, eine Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen zu prüfen.

Das Schulministerium in Düsseldorf erläuterte zu den Schulleitungsstellen, Vakanzen bedeuteten nicht, dass an diesen Schulen die Leitungsfunktion nicht wahrgenommen werde. In diesen Fällen sehe das Schulgesetz vor, dass die ständige Vertreterin oder der zuständige Vertreter die Leitung übernehme - oder bei Verhinderung ein anderes Mitglied der Schulleitung. «Wenn diese Vertretungsoptionen nicht möglich sind, tritt eine andere beauftragte Lehrkraft oder die dienstälteste Lehrerin oder der dienstälteste Lehrer der Schule ein.» Schulministerin Dorothee Feller (CDU) führe Gespräche mit Schulleitungen mit dem Ziel, diese noch besser zu unterstützen, hieß es auf dpa-Anfrage.

Im Dezember hatte das Ministerium zu den Lehrerkollegien berichtet, mit 160 900 besetzten Stellen seien mehr Menschen an den Schulen in NRW beschäftigt als noch ein Jahr zuvor, die Personalausstattung habe sich um rund 3900 Stellen verbessert. Aber: Der Weg «bis der Lehrkräftemangel der Vergangenheit angehört» sei noch weit. Insgesamt hätten die knapp 4800 öffentlichen Schulen in NRW derzeit einen Bedarf von 168 000 Stellen - ein Plus von etwa 2900 Stellen, die zusätzlich etwa für den weiteren Ganztagsausbau oder Inklusion benötigt würden.

Trotz dieses gestiegenen Bedarfs habe sich binnen eines Jahres die Zahl der unbesetzten Stellen immerhin auf rund 7100 verringert. Die Stellen-Angaben schließen einem Sprecher zufolge neben Lehrkräften auch etwa Sozialpädagogen oder Schulpsychologen ein. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW) forderte, alle Phasen der Lehrkräftebildung zu verbessern.

Der Vorsitzende der Schulleitungsvereinigung NRW, Wolfgang Siebeck, nannte den Personalmangel ein «riesiges Problem, das nicht gelöst werden kann.» Wie auch in anderen Bereichen des Arbeitsmarktes fehlten auf lange Sicht Fachkräfte. «Das Problem wird sich beispielsweise in Schulen der Sekundarstufe I in den kommenden Jahren eher verschärfen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Attraktivität in diesem Bereich könnte nach Ansicht des Verbandsvorsitzenden zwar wachsen, wenn man die Pflichtstundenzahl der Lehrkräfte senken würde. Das würde aber wiederum einen höheren Bedarf an Lehrkräften produzieren. «Insgesamt sieht das nordrhein-westfälische Bildungssystem eher noch schwereren Zeiten entgegen, da gibt es kaum Licht am Ende des Tunnels.»

© dpa
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