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NRW droht massiver Lehrkräftemangel in Kunst und Musik

In den kommenden Jahren stehen Schulen in NRW beim Kunst- und Musikunterricht vor einer Herausforderung. Während viele ältere Lehrkräfte in den Ruhestand gehen, kommen zu wenig Uni-Absolventen nach.
Einschulung
Ein Luftballon mit der Aufschrift "Schule" und einem durchgestrichenen "Kindergarten". © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Für die Fächer Musik und Kunst fehlen in Nordrhein-Westfalen in den kommenden Jahren voraussichtlich Tausende Lehrerinnen und Lehrer. Bis zum Schuljahr 2035/36 könnten mehr als 60 Prozent der Stellen für diese Fächer an weiterführenden allgemeinbildenden Schulen in NRW nicht qualifiziert besetzt werden, wie aus einer von der Telekom-Stiftung in Auftrag gegebenen Prognose hervorgeht, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. 

Für die 13 Jahre von 2022/23 bis 2035/36 müssten in NRW demnach für das Fach Kunst 5791 Lehrerinnen und Lehrer und damit durchschnittlich 445 pro Schuljahr eingestellt werden. Für das Fach Musik werden demnach 4024 Lehrkräfte benötigt, also jährlich rund 310. Bei gleichbleibender Anzahl an Lehramtsabsolventen wie in den Jahren 2021 und 2022 stünden jedoch jährlich nur 180 neue Lehrkräfte für Kunst und 102 für Musik zur Verfügung. 

Viele Lehrkräfte älter als 50 Jahre

Für Kunst könnten laut der Vorhersage damit nur 40,4 Prozent der offenen Stellen besetzt werden, für Musik sogar nur ein Drittel (32,9 Prozent). Der hohe Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern ergibt sich laut der Prognose vor allem daraus, dass bis 2035/36 altersbedingt viele Kunst- und Musiklehrkräfte in Nordrhein-Westfalen aus dem Schuldienst ausscheiden. Derzeit sind 43,5 Prozent der Musiklehrkräfte und 46,5 Prozent der Kunstlehrkräfte älter als 50 Jahre.

Langfristig lasse sich der Bedarf an ausgebildeten Lehrkräften für die beiden Fächer nur dann besser decken, wenn sich mehr Menschen für ein Lehramtsstudium und dabei für zumindest eines der beiden Fächer Kunst und Musik entschieden, hieß es in der Prognose. Das würde jedoch von heute aus gesehen erst ab 2030 Wirkung zeigen. Daneben müssten daher etwa auch Quer- und Seiteneinsteiger gewonnen und qualifiziert werden.

Als «verheerend» bezeichnete die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im NRW-Landtag, Dilek Engin, die Prognose. Die Landesregierung müsse alle Hebel in Bewegung setzen, damit sich diese Prognose nicht bewahrheite. «Kreative Fächer in der Schulbildung sind nicht einfach nur nice-to-have. Sie sind ein zentraler Bestandteil für die Prägung von Geist und Haltung und zudem elementar wichtig für eine positive Zukunftsgestaltung.» 

© dpa
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