Fehlfarben-Album: «Songcomic» (nicht nur) für Punkrock-Fans

«Keine Atempause/Geschichte wird gemacht/es geht voran» - so lautet eine längst über Punkrock-Kreise hinaus berühmt gewordene Textzeile der Band Fehlfarben. Ihr legendäres Album «Monarchie und Alltag» hat nun elf Cartoon-Künstler zu einem Songcomic inspiriert.
Das Cover von «Monarchie und Alltag - Ein Fehlfarben-Songcomic». © Ventil Verlag/dpa

Aufwendige «Graphic Novels» zu Musikstars wie Johnny Cash, Nick Cave oder David Bowie gibt es schon länger - nun wird es sogar noch etwas spezieller: «Monarchie und Alltag - Ein Fehlfarben-Songcomic» lautet der Titel eines neuen Bandes, der sich ausschließlich mit den elf Liedern einer Punkrock-Kultplatte befasst.

Für den renommierten Autor Jens Balzer («High Energy: Die Achtziger - das pulsierende Jahrzehnt») ist «Monarchie und Alltag» von der Düsseldorfer Band Fehlfarben «das größte deutschsprachige Album», wie er kürzlich dem «Tagesspiegel» sagte. Mit dieser Einschätzung steht der Berliner Popkritiker ganz und gar nicht allein.

Das Schlüsselwerk für Punk und Neue Deutsche Welle (NDW) war nach der Veröffentlichung 1980 kein großer kommerzieller Erfolg. Liedzeilen wie «Keine Atempause/Geschichte wird gemacht/es geht voran» oder «Paul ist tot/kein Freispiel drin» sind aber inzwischen längst fester Bestandteil der deutschen Popkultur.

Der Wiener Comic-Zeichner Nicolas Mahler hat das zentrale Stück «Ein Jahr (Es geht voran)» nun mit sehr reduzierter Bildsprache und wuchtigen Buchstaben in eine angemessen düstere Cartoon-Form gebracht. Dagegen hüllt Markus Färber Textfragmente aus dem unerbittlich vorwärts taumelnden Abschluss-Song «Paul ist tot» in knallbunt-aggressive Tableaus. «Ein Song als Sog. Subtil und kraftvoll zugleich», schreibt Färber in seinen Erläuterungen.

Auch die neun anderen «Songcomic»-Versionen von neun verschiedenen Künstlern - etwa 18 Metzger («Grauschleier»), Ricaletto («Militürk»), Tine Fetz («Angst») oder Andreas Michalke («Das war vor Jahren») - überzeugen durch sehr individuelle Interpretationen und vielseitige Cartoon-Stile. Jeder Beitrag wird von Gedanken des Zeichners und «Liner Notes» mit Erinnerungen eines Fehlfarben-Musikers (Peter Hein oder Thomas Schwebel) begleitet.

Einige der Zeichnerinnen und Zeichner «waren bei den ersten Konzerten der Fehlfarben dabei, andere zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht geboren», teilten die Herausgeber Gunther Buskies und Jonas Engelmann zu ihrer Auswahl mit. «Doch immer hat man sofort den Sound von «Monarchie und Alltag» im Ohr.»

Den Songcomic durchblättern und dazu das Album (wieder) hören - es lohnt sich. Und zum Weiterlesen: Comics zu wichtigen deutschen Punk- und Rockmusikern gibt es - ebenfalls im Ventil Verlag - auch über Tocotronic («Sie wollen uns erzählen: Zehn Tocotronic-Songcomics», 2020) und Stereo Total («Stereo Total's Party Anticonformiste: 10 Songcomics», 2022).

© dpa
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