Couragierter Mann bei CSD-Demo brutal niedergeschlagen

Ein 25 Jahre alter couragierter Mann ist bei einer Christopher-Street-Day-Versammlung in Münster brutal niedergeschlagen und schwer verletzt worden. Ein bislang unbekannter Tatverdächtiger hatte Zeugen zufolge am Samstagabend mehrere Frauen mit den Worten «Lesbische Hure» und «Verpisst euch» beschimpft und war drohend auf sie zugegangen, teilte die Polizei am Montag mit.
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. © David Inderlied/dpa/Symbolbild

Der 25-Jährige habe die Situation mitbekommen und den Störer gebeten, die Beleidigungen zu unterlassen. Unvermittelt habe der Unbekannte ihm laut Zeugen dann brutal ins Gesicht geschlagen. Der Helfer habe das Gleichgewicht verloren, bevor ihn ein weiterer Faustschlag im Gesicht traf. Dann habe der 25-Jährige das Bewusstsein verloren und sei mit dem Kopf auf den Asphalt aufgeschlagen. Der nicht mehr ansprechbare Schwerstverletzte kam ins Krankenhaus, so die Polizei.

Der Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) NRW sprach von einem brutalen Angriff und einer «transfeindlichen Gewalttat» gegen einen «jungen trans Mann». Dieser sei mit Hirnblutungen in die Uniklinik Münster eingeliefert worden. «Wir hoffen, dass er sich von dem brutalen Angriff wieder vollständig erholen kann. Die Polizei Münster und der polizeiliche Staatsschutz müssen diese transfeindliche Gewalttat schnell aufklären und als das einordnen, was sie ist: eine politisch motivierte Straftat», forderte LSVD-Vorstandsmitglied Arnulf Sensenbrenner.

Mit einem Begleiter sei der Tatverdächtige zu Fuß geflüchtet. Laut Zeugen soll er zwischen 1,70 bis 1,80 Meter groß, etwa 18 bis 20 Jahre alt und von schmächtiger Statur sein. Er trug eine Jeans mit Schlag, ein T-Shirt und einen Anglerhut. Eine Ermittlungskommission wurde eingerichtet. Die Polizei sucht weitere Zeugen.

Der Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) verurteilte die Attacke. Der Angriff erschüttere ihn zutiefst, sagte er laut einer Mitteilung der Stadt. «Münster ist eine weltoffene, tolerante und bunte Stadt - meine besten Wünsche für den Betroffenen, seine Familie, Freunde und Freundinnen.»

Auch die Münsteraner SPD zeigte sich betroffen. «Die Tat führt erneut vor Augen, dass der Kampf für die Rechte der LGBTIQ*-Community keineswegs ein ideologischer oder theoretischer ist, wie mitunter suggeriert wird, sondern dass es um den Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit aller ihrer Mitglieder geht», teilten die Vorsitzenden Fabian Schulz und Lena-Rosa Beste mit.

© dpa
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