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Mord an Stewardess: Sohn als Zeuge vor Gericht

Im Prozess um den Mord an einer Flugbegleiterin in Velbert hat der Sohn als Zeuge ausgesagt. Er hatte damals die Leiche seiner Mutter entdeckt. Angeklagt ist ein vorbestrafter Gewalttäter aus Hessen.
Landgericht Wuppertal
Die Schwebebahn-Haltestelle Landgericht in Wuppertal. © Oliver Berg/dpa

Über 17 Jahre nach dem Mord an einer Stewardess in Velbert bei Essen hat der Sohn des Opfers im Mordprozess ausgesagt. Der 31-jährige Unternehmensberater war Schüler und 14 Jahre alt, als er die Leiche seiner Mutter entdeckte. Als mutmaßlicher Auftragskiller steht ein Bekannter seines Vaters in Wuppertal vor dem Landgericht. Er soll die Flugbegleiterin im Auftrag des Vaters getötet haben, weil sie sich von ihm getrennt hatte. Der Vater hatte sich kurz nach dem Mord im hessischen Bensheim erschossen.

«Für mich hat sich damals alles geändert», sagte sein Sohn am Mittwoch als Zeuge aus. Er war nach der Tat zum Bruder seiner Mutter gezogen und hatte seine Heimat hinter sich gelassen. Sein Vater sei immer sehr streng und dominant gewesen. Er sei lieber bei seiner Mutter gewesen und habe sich gefreut, als sie sich vom Vater scheiden lassen wollte. Er traue seinem Vater zu, hinter der Tat zu stecken. Der habe auch illegal eine Waffe besessen.

«Hallo Mama, bin wieder da», habe er am Tattag gerufen, als er aus der Schule nach Hause kam. Dann habe er seine Mutter mit einem Gürtel um den Hals in einer riesigen Blutlache auf der Seite liegen sehen und sofort den Notruf gerufen.

Der Bruder des Mordopfers sagte aus, der Ehemann seiner Schwester sei egozentrisch und sehr dominant gewesen. «Alles musste laufen, wie er wollte. Für mich war sofort klar, dass er was mit der Tat zu tun hatte», sagte der 67-Jährige. «Ich habe ihm das zugetraut.» Sein Schwager habe nach der Tat dann aber «ein jämmerliches Bild» abgegeben.

Der Angeklagte bestreitet die Tat. Er habe den wahren Mörder zwar zum Tatort gebracht - sei dabei aber völlig ahnungslos gewesen und habe nichts von dessen Mordabsicht gewusst. Der Bekannte des Ehemanns war im vergangenen Jahr in Hessen festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Es handelt sich um einen 58-jährigen vorbestraften Gewalttäter aus dem hessischen Wetteraukreis. Wegen einer Serie von elf Überfällen auf Tankstellen hat er eine Strafe von acht Jahren Haft verbüßt. Im Tatzeitraum soll er sich in massiven finanziellen Schwierigkeiten befunden haben.

An der Kleidung der Toten waren 2007 mehrere Hautschuppen sichergestellt worden. Claudia K. war am 1. Februar 2007 mit einem schweren Gegenstand in ihrer Wohnung erschlagen worden. Als der ungeklärte Mordfall, der «Cold Case», von Ermittlern aufgerollt wurde, konnten dank neuer Methoden bei der DNA-Analyse die Hautschuppen an der Leiche dem 58-Jährigen zugerechnet werden.

Zeugen hatten im Tatzeitraum zudem einen Mann an der Haustür beobachtet. Das auf der Basis ihrer Beschreibung angefertigte Phantombild ähnelt laut den Ermittlern dem Angeklagten.

Er kenne die Getötete nicht und sei auch nie in ihrer Wohnung gewesen, hatte der Angeklagte nach der Tat als Zeuge zu Protokoll gegeben. Eine Aussage, die die Ermittle nun im Widerspruch zur Spurenlage sehen. Die Flugbegleiterin hatte sich einige Monate zuvor von ihrem Ehemann getrennt, der danach nach Hessen gezogen war. Zeugen aus dem direkten Umfeld hatten ausgesagt, der Ehemann habe damit gedroht, seine Frau umzubringen oder umbringen zu lassen. In seinem Abschiedsbrief hatte er kein Geständnis hinterlassen.

© dpa ⁄ Wolfram Lumpe und Frank Christiansen, dpa
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