Zehn Jahre Haft für Schüsse in blutigem Nachbarschaftsstreit

Ein Nachbarschaftsstreit schwelt jahrelang, dann greift einer der Kontrahenten zur Waffe und schießt. Die Quittung: zehn Jahre Haft.
Einsatzkräfte stehen an einem Tatort in Rommerskirchen. © Vincent Kempf/dpa/Archivbild

Für beinahe tödliche Schüsse auf zwei Nachbarn hat das Landgericht in Mönchengladbach einen 58-Jährigen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Es sprach den Mann am Mittwoch wegen versuchten Totschlags schuldig.

Außerdem muss er einem Opfer 25.000 Euro, dem leichter verletzten Opfer 16.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Das sieht ein Vergleich vor, auf den sich die Prozessparteien geeinigt haben.

Den Anklagevorwurf des versuchten Mordes sah das Gericht als nicht erfüllt. «Wir gehen zwar davon aus, dass das Opfer zwar zunächst arg-, aber nicht wehrlos war», sagte der Vorsitzende Richter Martin Alberring.

Der Angeklagte hatte gestanden, vor sechs Monaten in Rommerskirchen einen 38-jährigen Mann erst angespuckt, ihm dann in den Bauch geschossen und eine 44 Jahre alte Nachbarin durch Schüsse ebenfalls verletzt zu haben. Er habe aber niemanden töten wollen.

Dem Vorfall vorangegangen war ein jahrelanger Streit mit dem Nachbarn, der ihn mehrfach als Ausländer beschimpft haben soll. Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft für den Portugiesen gefordert.

Eine Überwachungskamera am Haus des Opfers hatte die Tat aufgezeichnet. Der 38-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt und überlebte laut Gericht nur, «weil statt des Kölner der Duisburger Rettungshubschrauber kam. Der hatte genug Blutkonserven an Bord.»

Der Richter verwies in der Urteilsbegründung auch auf die schweren psychischen Folgen für die Opfer. Der 38-jährige Familienvater ist arbeitsunfähig und auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen. Die am Arm getroffene Frau wurde traumatisiert. Der Verteidiger kündigte an, er werde wohl in die Revision gehen.

© dpa
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